Preisentwicklung
EZB ist über Inflation besorgt

Die Europäische Zentralbank ist nach den Worten von EZB-Ratsmitglied Nicholas Garganas sehr besorgt über den Aufwärtstrend der Inflation im Euro-Raum.

HB FRANKFURT. Da die Wirtschaft an ihre Kapazitätsgrenzen stoße, wäre es nicht überraschend, wenn die Teuerungsraten 2006 und 2007 eher am oberen Rand der Prognosespanne der EZB lägen. Die EZB sei „sehr besorgt“ darüber, dass sich der Preisauftrieb nicht verlangsame, sagte Garganas in einem am Dienstag erschienenen Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die kürzlich veröffentlichten Stabsprojektionen sehen im Mittelwert einen Preisanstieg von 2,4 in diesem wie im nächsten Jahr vor.

Die Prognosespanne für 2007 reicht von 1,9 bis 2,9 Prozent. EZB-Ratsmitglied Vitor Constancio betonte unterdessen, der Zinsanstieg um einen Prozentpunkt auf 3,0 Prozent seit Dezember 2005 habe der Konjunktur nicht geschadet. Die Geldpolitik sei noch immer günstig für das Wachstum. So genannte Zweitrundeneffekte wegen teuren Öls und teurer Rohstoffe auf Löhne sehe er derzeit zwar nicht, die EZB müsse aber auf der Hut bleiben. „Wir müssen wegen dieser Risiken wachsam bleiben. Das ist unsere Pflicht“, sagte Constancio in Lissabon.

Die EZB hat bereits signalisiert, dass sie bei der nächsten Ratssitzung im Oktober zum fünften Mal seit Ende 2005 den Leitzins anheben wird, um die Inflationsgefahren einzudämmen. Analysten rechnen mit weiteren 25 Basispunkten auf einen Stand von 3,25 Prozent. Eine Mehrheit der Prognosen ging bis vor Kurzem davon aus, dass die EZB mit 3,5 Prozent im Dezember ihren Erhöhungszyklus beenden wird. In den vergangenen Tagen deuteten aber mehrere EZB-Ratsmitglieder an, dass die Zentralbank bei anhaltend robustem Wachstum und stärkerem Preisdruck im kommenden Jahr die Geldpolitik weiter straffen könnte.

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