Preisentwicklung wird wachsam bobachtet
Weber: Inflationsdruck bleibt konstant

Nach Worten von Bundesbank-Präsident Axel Weber sieht die Europäische Zentralbank sieht derzeit keine Anzeichen für einen steigenden Inflationsdruck, verfolgt die Preisentwicklung aber wachsam.

HB FRANKFURT. „Es gibt keine Indizien für einen sich aufbauenden Inflationsdruck“, sagte Weber am Montag in Frankfurt. Die Löhne steigen seinen Worten zufolge zurzeit nur moderat. „Sollte der aktuelle Preisanstieg sich in dauerhaft höheren Inflationserwartungen niederschlagen, würde dies geldpolitischen Handlungszwang nahe legen“, machte der Notenbanker deutlich. „Zweitrundeneffekte erwarten wir noch nicht, und wir werden von der Geldpolitik alles tun, um Zweitrundeneffekte zu vermeiden“, ergänzte er.

Die absehbaren Effekte von Steuern und administrierten Preisen seien gering. Auch von der Geldmenge geht Weber zufolge derzeit keine Inflationsgefahr aus: „Die Überschussliquidität ist derzeit nicht nachfragewirksam, hat aber das Risiko zur Folge, dass es zu Vermögenspreisinflation kommen kann, zum Beispiel am Immobilienmarkt in Spanien“, sagte er.

Die Weltwirtschaft befindet sich nach den Worten Webers weiter auf Wachstumskurs. „Es haben sich aber auch die Risiken für das Wirtschaftswachstum erhöht wegen Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft und der - aktuell etwas entspannteren - Ölpreisentwicklung“, sagte er. Der Bundesbank-Präsident bekräftigte zugleich die Einschätzung, dass sich die konjunkturelle Erholung in der Euro-Zone schrittweise beschleunigen werde. Das stärkere US-Wirtschaftswachstum könnte sich positiv auf die Devisenkurse auswirken, fügte er hinzu.

Ein Faktor der weltweiten wirtschaftlichen Ungleichgewichte sei der Ölpreis. Dieser habe einerseits negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und sorge andererseits für Preisauftrieb. „Eine große Gefahr ist - da sind die Zentralbanken wachsam -, dass Zweitrundeneffekte entstehen und der Ölpreis sich dauerhaft niederschlägt“, sagte Weber. Dafür gebe es derzeit aber keine Hinweise.

Weber verwies darauf, dass die G-20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer bei ihrem Treffen im November in Berlin mehrere Schritte zum Abbau der globalen Ungleichgewichte vereinbart habe. „In den USA ist eine Reduktion des Haushaltsdefizits und der Sparquote ein Mittel, Ungleichgewichte abzubauen, ebenso wie in Europa und Japan Strukturreformen geeignet sind“, erläuterte Weber. Auch die Wechselkurse spielten eine gewisse Rolle bei den Ungleichgewichten. Eine Flexibilisierung der Kurse im asiatischen Raum wäre Weber zufolge hilfreich.

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