Preisstabilität
Inflation in Deutschland über der EZB-Zielmarke

Energie treibt die Preise nach oben: 2,3 Prozent mehr kosteten Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorjahr.
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BerlinTeure Energie hat auch im Juni die Lebenshaltungskosten in Deutschland in die Höhe getrieben. Verglichen mit dem Vorjahr kosteten Waren und Dienstleistungen 2,3 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. „Damit blieb die Inflationsrate den fünften Monat in Folge über der Zwei-Prozent-Marke“, schrieben die Statistiker. Besonders stark zur Kasse gebeten wurden die Verbraucher für Treibstoffe, Strom oder Gas. Aber auch Lebensmittel oder Tabak wurden spürbar teurer. Verglichen mit dem Vormonat stiegen die Preise um 0,1 Prozent.

Die Energiepreise stiegen verglichen mit dem Vorjahr um 9,1 Prozent. Benzin, Diesel und andere Kraftstoffe kosteten 9,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, Heizöl verteuerte sich um fast ein Fünftel, Strom um 7,6 Prozent. Energie herausgerechnet, lag die Inflationsrate bei 1,5 Prozent.

Lebensmittel kosteten 2,6 Prozent mehr als im Juni 2010, nach einer Änderung des Tabaksteuergesetzes mussten Raucher für ihr Suchtmittel 5,1 Prozent mehr zahlen als vor Jahresfrist. Dienstleistungen wie Pauschalreisen oder Telekommunikationsdienste verteuerten sich um 1,5 Prozent. Günstiger als im Juni 2010 waren dagegen langlebige Gebrauchsgüter wie Computer zu haben.

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Einschätzung von Experten in den kommenden Monaten an weiter steigende Preise gewöhnen. Vor allem nach der Sommerpause dürfte nach Prognose der italienischen Großbank Unicredit die Teuerungsrate wieder anziehen. Angesichts der guten Konjunktur nutzten die Unternehmen zunehmend die Möglichkeit, gestiegene Kosten an die Kunden weiterzureichen. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht stabile Preise bei einer Teuerungsrate von knapp zwei Prozent gewährleistet und hatte im Kampf gegen die anziehende Inflation erst in der vergangenen Woche ihren Leitzins für die Euro-Zone auf 1,5 Prozent angehoben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ja stimmt, in den 1930er Jahren waren die Radios gross im Kommen (Volksempfänger oder Göbbels-Schnauzen). Darüber wurde die Propaganda wirkungsvoll aufs Volk Übertragen. Heute erledigen das die gleichgeschalteten linken Medien übers Internet und mittels TV. Es wird beliebig ein- und ausgeblendet. Realität ist das, was kund getan wird (und das was los ist !).

  • Sie haben Recht. Dieser Warenkorb, der da immer zusammen gestellt wird, ist ein Witz.
    Da sind nämlich genau diese Elektrogeräte drin, die Sie benennen.
    Nur, kauft man sich ja nicht jeden Monat einen Fernseher oder eine neue Waschmaschine.
    Die Inflation des täglichen Bedarfs ist weitaus höher.
    Wenn Preise um 30 bis 40 Cent erhöht werden, teils noch mehr, kann es keine Inflation von 2,3% sein.
    Aber bei uns findet ja längst keine wirkliche wahre Berichterstattung mehr statt. Nur was das Politbüro frei gibt, wird uns erzählt

    Das erinnert derzeit alles so an die Durchhalteparolen von Göbbels

  • Ja richtig. Das deutsche Volk soll verarmt werden
    Vor allem die lächerliche Rentenerhöhung von 0,99% ist ja längst aufgebraucht, denn seit Jan. sind ja höhere Krankenkassen-Beiträge. Ergo hat kein Rentner was von dieser Erhöhung.
    So lange die Deutschen aber immer noch so obrigkeitshörig sind, wird sich leider nichts ändern

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