Privater Konsum
GfK: Verbraucherlaune hellt sich auf – noch

Laut den jüngsten Befunden der die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hellt sich die Kauflaune der Deutschen etwas auf. Allerdings hatten die Marktforscher ihre Umfrage vor der Zuspitzung der internationalen Finanzkrise Mitte September bereits abgeschlossen. Nach den jüngsten Turbulenzen an der Wall Street erwartet die GfK in diesem Jahr nun eine Stagnation des privaten Konsums in Deutschland.

HB BERLIN. Wegen der nachlassenden Inflation prognostizieren die GfK-Marktforscher für Oktober ein leicht verbessertes Konsumklima. Der am Donnerstag veröffentlichte GfK-Index stieg um 0,2 auf 1,8 Punkte. „Vor allem sinkende Energiekosten sorgen momentan dafür, dass die Konsumenten ihre Kaufkraft weniger gefährdet sehen“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Dennoch erwartet die GfK für das Gesamtjahr nur noch stagnierende Verbraucherausgaben.

Zuletzt hatten die Experten noch mit einem Plus von 0,5 Prozent beim privaten Konsum gerechnet und begründeten ihren Pessimismus nun mit steigender Rezessionsgefahr im Zuge der verschärften Finanzkrise.

Da die Marktforscher ihre Umfrage vor der Zuspitzung der internationalen Finanzkrise Mitte September bereits abgeschlossen hatten, konnten sie die Reaktion der Verbraucher auf die Turbulenzen an der Wall Street nicht mehr messen. „Somit ist besonders die Konjunkturerwartung vorerst von einem weiteren Rückgang verschont geblieben“, sagte Bürkl. Die Finanzkrise sei jedoch noch nicht ausgestanden und die Rezessionsgefahr nehme deutlich zu. „Dies dürfte auch an den Konsumenten und damit dem Konsumklima nicht spurlos vorübergehen.“ Die Angst vor einem kräftigen Abschwung hatte zuletzt auch die Stimmung der deutschen Firmen auf den tiefsten Stand seit über drei Jahren gedrückt.

In der Hoffnung auf eine geringere Teuerung seien die zuletzt ausgesprochen zurückhaltenden Verbraucher offenbar wieder spendabler, hieß es. Für sie dürfte die Preisentwicklung Thema Nummer eins bleiben und Effekte am Arbeitsmarkt überlagern. Ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten sehen die Bürger nun ebenfalls in günstigerem Licht. Auch die wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands schätzten die Konsumenten nicht mehr so schlecht ein.

Der Teilindikator für die GfK-Konjunkturerwartungen stieg im September auf minus 15,7 von minus 21,8 Punkte an. Für Autos, Möbel und andere große Anschaffungen sind die Verbraucher nun wieder eher bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Hier verbesserte sich die sogenannte Anschaffungsneigung kräftig von minus 27,9 auf minus 12,8 Zähler. Nicht mehr ganz so schlecht schätzen die Konsumenten ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten ein; Der Teilindikator stieg um 2,7 auf minus 14,1 Punkte.

„Die Belastungsfaktoren für den Verbraucher sind weiterhin da: Die Teuerung bleibt auf hohem Niveau. Hinzu kommen deutlich größere Zukunftsängste wegen der drastisch eingetrübten Konjunkturaussichten. Mit dem Abschwung erwarten wir auch ein Auslaufen des Arbeitsmarktaufschwungs“, meinte Alexander Koch, Volkswirt der Unicredit. Andreas Scheuerle der Dekabank sagte: „Die Zahlen sind eine kleine Überraschung, aber dennoch erklärbar: Die Hauptsorge Nummer Eins, die Inflation, ist im Zuge des gesunkenen Ölpreises ein wenig in den Hintergrund getreten. Die Angst um das Ersparte ist immer noch da, doch die Bürger sind jetzt weniger besorgt.“ Die Zuspitzung der Finanzkrise habe sich in der Reaktion der Verbraucher in diesen Zahlen allerdings noch nicht niedergeschlagen.

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