Privatisierung
IWF lobt Griechenland

Der IWF beurteilt die wirtschaftliche Entwicklung in Europa positiv – und lobt ausdrücklich die die umfangreichen Privatisierungspläne der griechischen Regierung.
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WashingtonDer IWF hat die umfangreichen Privatisierungspläne der griechischen Regierung gelobt. „Es gibt in Griechenland viele Bereiche, die sich für Privatisierungen eignen“, sagte der Europa-Direktor des IWF, Antonio Borges, am Freitag in Washington. Daher sei es richtig, wenn das Land an diese Vermögenswerte herangehe, um seine Schuldenprobleme zu lösen.

Er äußerte sich auch zuversichtlich, dass Griechenland seine Problem ohne Umschuldung wird lösen können. „Der Fonds engagiert sich nie in Ländern, bei denen er nicht davon überzeugt ist, dass sie ihre Probleme lösen können“, unterstrich er. „Das ist die offizielle Position des Fonds“.

Irland empfahl Borges, für seine notleidenden Banken Übernahmepartner aus dem Ausland zu suchen. Wenn die Banken des Landes zusätzliches Kapital brauchten, „warum nicht Kapital, das von außen kommt“, sagte er.

Als Beispiel für eine gute Problembewältigung, die auch von den Finanzmärkten anerkannt werde, nannte Borges Spanien. Vor einem Jahr sei Spanien in einem Atemzug mit den Euro-Problemländern Portugal, Griechenland und Irland genannt worden. Heute spiele Spanien in einer anderen Liga. Dieses Beispiel zeige, dass die Märkte honorierten, wenn ein Land seine Probleme entschieden angehe.

Insgesamt beurteilt der IWF nach Borges Worten die wirtschaftliche Entwicklung in Europa positiv. „Wir sind sehr zuversichtlich in Hinblick auf das, was in Europa passiert“, sagte er. Länder wie Deutschland stünden vom Wachstum und der Wettbewerbsfähigkeit her gut da.

„Der Hintergrund in Europa ist positiv“, erklärte er. Sorge bereite ihm jedoch die gefährliche Schwäche vieler Banken. Auch die Schuldenprobleme in den genannten Euro-Ländern gäben zur Sorge Anlass.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Privatisierung: IWF lobt Griechenland"

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  • Wie schlimm muss die Lage in Griechenland wirklich sein, wenn der IWF derart Propaganda betreibt ?
    Aus vielen anderen Quellen hat man völlig entgegengesetzte Informationen, wie die, die vom IWF kommen, Das IWF sollte eigentlich die Lage sehr genau einschätzen könnten, da sie gerade einen auf Grund einer aktuelen Prüfung vor Ort sehr guten Einblick in die Situation haben.
    Kann man jetzt annehmen, dass die Phase II der Transferunion eingetreten ist, die Staaten ohne Einhaltung von Zielen der Sparvorgaben und Strukturreformen von IWF und EU Kommission weiter mit Krediten (die praktisch Geldgechenke sind) unterstützt und den "moral hazard" fördert, den Ökonomen schon lange für die Institutionen von EFSF und ESM prognostiziert haben ?
    Da Griechenland praktisch alle Vorgaben und Ziele nicht eingehalten hat und sich jetzt die ganze Hoffnung auf eine (nicht nachhaltige) Privatisierung von Staatsvermögen mit fragwürdigen Käufermarkt und einer fragwürdigen Höhe der Verkauferlöse daraus stützt, gibt das IWF und Griechenland eine indirekte Bestätigung dieser Annahme.

  • Griechenland sind noch heute grosse Teile der Immobilien unversteuert, da sie angeblich "nicht fertig" sind(seit Jahrzehnten) . Weiterhin werden fällige Steuern noch immer nicht eingetrieben, weil es einfacher ist, das Geld aus Deutschland und den Rettungsprogrammen locker zu machen. So lange Rechnungen und Quittungen in Griechenland das bleiben, was sie seit Aristoteles sind: Absolute Exotika - ja, so lange kann man auf die Gesundung der korrumpierten Staatsfinanzen vergeblich warten. Die Griechen wollen einfach nicht - das ist das Problem.

  • Im Gegensatz zu Deutschland sind die Löhne in Griechenland unverhältnismäßig hoch. Gleiches gilt für die Altersversorgung.Durch die Privatisierung werden alte "Pfründe" gekappt und es weht i.S. Produktivitaet ein anderer Wind!Für alle "Haengemattenliebhaber" ein schmerzlicher Einschnitt, aber über die Privatisierung politisch durchsetzbar.

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