Probleme nach Mehrwertsteuererhöhung
Prognose: Schattenwirtschaft sinkt 2006 in Deutschland leicht

In Deutschland wird dieses Jahr voraussichtlich etwas weniger schwarz gearbeitet als im Vorjahr. Damit scheine sich ein seit 2003 anhaltender Trend fortzusetzen, prognostizieren der Schattenwirtschaftsexperte Friedrich Schneider und das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen.

doh HB DÜSSELDORF. Gründe seien im Wesentlichen die steuerliche Absetzbarkeit von Reparaturdienstleistungen, Kinderbetreuungs- und Pflegekosten.

Die Experten schätzen, dass die Schattenwirtschaft dieses Jahr um 0,2 Prozent auf 345,5 Mrd. Euro zurückgeht. Damit läge das Volumen zwar auf einem ähnlichen Niveau wie 2005. Wenn die offizielle Wirtschaft aber gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) wie von Wirtschaftsforschungsinstituten erwartet um real etwa 1,5 Prozent in diesem Jahr zulegen wird, sinke die Relation der Schattenwirtschaft zum offiziellen BIP trotz der weitgehend stagnierenden Schattenwirtschaft in diesem Jahr erneut. Damit könnte die Schattenwirtschaft 2006 in Relation zum BIP erstmals seit 1999 wieder unter 15 Prozent betragen. 2003 hatte sie noch bei mehr als 17 Prozent gelegen.

Die Schätzungen Schneiders basieren unter anderem auf der Bargeldmethode. Dabei wird die tatsächlich umlaufende Bargeldmenge mit der Geldmenge, die zur Erwirtschaftung des offiziellen BIP erforderlich wäre, verglichen. Diese ist in Fachkreisen umstritten, etwa wegen der Erfassung von Größen wie Trinkgeldern, die in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bereits als Schätzungen enthalten sind.

Dass die Schattenwirtschaft dieses Jahr voraussichtlich aber weniger stark als in den Vorjahren sinken wird, hängt laut Schneider auch mit dem nachlassenden Boom der Minijobs und der Ich-AGs zusammen: „In 2004 und auch noch Anfang 2005 trug vor allem der Boom bei den Minijobs im Zuge der gesetzlichen Neuregelung vom 1. April 2004 zu der Eindämmung der Schattenwirtschaft bei“, so der Linzer Ökonom. Letztes Jahr habe die Entwicklung der geringfügig entlohnten Beschäftigung an Dynamik verloren.

2007 halten die Autoren dagegen einen Anstieg der Schwarzarbeit für möglich. Vor allem die geplante Mehrwertsteuererhöhung mache Schwarzarbeit attraktiver, sagte IAW-Geschäftsführer Harald Strotmann. Sie könne die Schwarzarbeit um bis zu fünf Mrd. Euro erhöhen.

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