Produktionsrückgang
Industrie in Euro-Zone auf Talfahrt

Die Euro-Zone dürfte zum Jahresende noch tiefer in die Rezession rutschen. Deutschland, Frankreich und Italien fuhren ihre Produktion zurück, nur die Industrie in Portugal und Irland konnte zulegen.
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BrüsselDie Industrie in der Euro-Zone hat ihre Talfahrt im Oktober fortgesetzt. Der Ausstoß in den 17 Staaten der Währungsunion sank zum Vormonat um 1,4 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte.

Damit wurden von Reuters befragte Experten auf dem falschen Fuß erwischt, die im Mittel einen Rückgang um 0,2 Prozent auf dem Zettel hatten. Im September war das Minus mit revidiert 2,5 Prozent jedoch noch weit höher als im Oktober ausgefallen. Mit dem Fehlstart ins Herbstquartal wird es immer wahrscheinlicher, dass die Euro-Zone zum Jahresende tiefer in die Rezession rutscht.

Die deutschen Industrie-Firmen fuhren ihre Produktion um 2,4 Prozent zurück. Auch in Frankreich (minus 0,6 Prozent) und Italien (minus 1,1 Prozent) war der Ausstoß den zweiten Monat in Folge rückläufig. Aufwärts ging es hingegen in den von EU und IWF in der Schuldenkrise aufgefangenen Staaten Portugal (plus 4,8 Prozent) und Irland (plus 2,7 Prozent).

Nach Berechnungen der Volkswirte der Postbank lag das Produktionsvolumen in der Euro-Zone im Oktober jedoch 2,6 Prozent unter dem Durchschnitt des dritten Quartals. „Dies spricht für einen beschleunigten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zum Jahresende“, sagt Postbank-Ökonom Thilo Heidrich.

Allerdings dürfte die Talfahrt im nächsten Jahr ein Ende haben. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) geht davon aus, dass sich die Lage in der Euro-Krise nach den Kreditzahlungen an Griechenland aufs Erste etwas entspannen wird. Angesichts der Rezession in vielen Ländern werde dort der Sparkurs zudem nicht verschärft. In der zweiten Jahreshälfte 2013 könnte sich die Wirtschaft dann beleben.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Produktionsrückgänge werden sinkende Staatseinnahmen zur Folge haben. Damit steigen die Schuldenberge. Wie daraus eine Entspannung und ein Aufschwung werden soll, bleibt völlig rätselhaft. Da werden die Wirtschaftsforscher wohl von Politikern beraten.

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