Produzierendes Gewerbe sank um 2,3 Prozent
Rückläufige Produktion im März

Um 2,3 Prozent ist die Erzeugung des produzierenden Gewerbes in Deutschland zurück gegangen. Gegenüber dem Vormonat war die Produktion im Bauhauptgewerbe um 10,2 Prozent rückläufig, die Industrieproduktion um 1,7 und der Bereich Energie um 2,9 Prozent, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWA) am Freitag. Bereits im Februar war die Produktion um 0,4 Prozent gesunken

HB BERLIN. Analysten hatten mit einem Anstieg der Produktion um 0,5 Prozent gerechnet, wobei selbst Pessimisten nur mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet hatten. Die ganz im Zeichen des anstehenden Berichts zum US-Arbeitsmarkt stehenden Finanzmärkte reagierten nicht auf die Daten. Im Februar war die Erzeugung zum Vormonat um 0,4 Prozent zurückgegangen. Damit lag das Produktionsniveau nach Berechnungen auf Basis von Bundesbank-Daten im ersten Quartal 0,1 Prozent über dem Schlussquartal 2003 und im März 0,8 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Analysten und das Wirtschaftsministerium betonten aber, dass das vorläufige März-Ergebnis die tatsächliche Produktionsentwicklung wohl stark unterzeichne. Wie üblich habe für die erste Schätzung im Falle fehlender Unternehmensmeldungen deren Februar-Wert fortgeschrieben werden müssen, erklärte das BMWA. Der Februar hatte aber drei Arbeitstage weniger. „Bei dem bislang vorliegenden März-Ergebnis ist deshalb mit einer deutlichen Aufwärtskorrektur zu rechnen.“ Ob diese Revision das März-Ergebnis noch retten kann, halten Ökonomen für fraglich. Einige Analysten sprachen den vorläufigen Daten die Aussagekraft für die Konjunktur ab. „Ich bezweifle die Produktions-Daten für März sehr stark, eine Aussage über die Konjunktur ist daraus nur schwer abzuleiten“, sagte Ulla Lahl von der Mizuho Corporate Bank. „Ich vertraue da eher den vorlaufenden Indikatoren.“ Zuletzt hatten Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima wieder eine günstigere Konjunkturentwicklung signalisiert.

HSH-Nordbank-Analyst zeigte sich dagegen skeptisch: Auch er hoffe noch auf eine bessere endgültige Zahl. „Allerdings ist das Minus so groß, dass das Signal - nämlich eine sinkende Produktion - eindeutig ist.“ Besonders Besorgnis erregend sei der kräftige Rückgang von 1,7 Prozent in der Industrie. Ausschläge beim Bau wie der gemeldete Einbruch der Produktion um 10,2 Prozent kämen dagegen öfter vor. Für das erste Quartal dürfte nun keine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums übrig bleiben.

Die Bundesbank erwartet wie die meisten Volkswirte einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von etwa einem Viertel Prozent im ersten Quartal. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte allerdings am Freitag, das Wachstum könnte möglicherweise stärker ausgefallen sein als weithin angenommen. Innerhalb der Industrie vermeldete das BMWA bei Investitionsgütern ein Produktionssplus von 0,2 Prozent. Hersteller von Konsumgütern hätten einen Produktionsrückgang um 2,0 Prozent verkraften müssen, die Produzenten von Vorleistungsgütern stellten 3,3 Prozent weniger her. Die Energiewirtschaft drosselte ihre Produktion um 2,9 Prozent.

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