Prognos-Studie
Exporte in Euro-Zone wichtig für Arbeitsmarkt

Drei Millionen deutsche Arbeitsplätze hängen an Exporten in die Euro-Zone. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts Prognos. Auch die Euro-Krisenländer sind wichtig für den deutschen Arbeitsmarkt.
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Düsseldorf9,6 Millionen Arbeitsplätze hängen in Deutschland vom Export ab. 4,4 Millionen Beschäftigte stellen direkt Produkte oder Dienstleistungen für den Export her und 5,2 Millionen Vorleistungen, die in Exportware einfließen. Das zeigt eine Studie des Forschungsinstituts Prognos, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

Von besonderer Bedeutung ist die Ausfuhr nach Europa. Drei Millionen deutsche Arbeitsplätze hängen an Exporten in die Euro-Zone und 4,4 Millionen an Exporten in die gesamte EU. Das haben die Prognos-Forscher ermittelt, indem sie im Detail analysiert haben, welche Vorprodukte und Dienstleistungen in welche Exportwaren eingehen und woher diese stammen.

Auch in der Rangliste der attraktivsten Exportziele, die Prognos nach Auswertung von 34 Einzelindikatoren aufstellt, belegt die EU trotz Schuldenkrise und Wachstumsschwäche den ersten Platz – und unter den zehn attraktivsten Zielen finden sich noch drei einzelne Euro-Länder.

„Eine Eskalation der Euro-Schuldenkrise hätte nicht nur für Deutschlands Finanzwirtschaft weitreichende Folgen, sondern über die Exporte auch für die Realwirtschaft“, warnt Prognos-Chef Christian Böllhoff. Die Nachfrage nach deutschen Waren wie Maschinen und Autos wachse zwar in aufstrebenden Ländern wie China und Russland viel dynamischer als in Europa, doch von den innereuropäischen Exporten profitierten viel mehr Erwerbstätige.

So finden sich unter den zehn Ländern, von denen die meisten deutschen Arbeitsplätze abhängen, gleich sechs Euro-Staaten. Frankreich als größter Handelspartner liegt mit rund 680.000 Stellen vorn. Die PIIGS-Länder Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien, die von der Euro-Schuldenkrise besonders hart betroffen sind, erhalten zusammengenommen durch ihre Importe fast eine Million Arbeitsplätze in Deutschland.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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