Prognos-Studie: Konjunkturpaket könnte Millionen Jobs retten

Prognos-Studie
Konjunkturpaket könnte Millionen Jobs retten

Unmittelbar vor der entscheidenden Runde des Koalitionsausschusses hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos Grundlinien für ein optimales Konjunkturpaket zur Rettung von Arbeitsplätzen ermittelt. Demnach könnten mit den von der Regierung geplanten Stützungsmaßnahmen bis zu 1,1 Millionen Jobs in der Wirtschaft stabilisiert werden.

DÜSSELDORF. Um eine optimale Beschäftigungswirkung zu entfalten, müsste die staatliche Konjunkturspritze mit einem Volumen von 50 Mrd. Euro gezielt in fünf Schlüsselbranchen die Nachfrage erhöhen, so die Berechnung der Baseler Ökonomen. Auf diese Weise würden direkt und indirekt 16,6 Millionen Arbeitsplätze profitieren – rund 43 Prozent aller in Deutschland Beschäftigten. Als fünf beschäftigungsintensivste Schlüsselbranchen identifizierten die Wissenschaftler Einzelhandel, Gaststätten, Gesundheit, Fahrzeugbau und Bau.

„Beschäftigungsstabilisierung kann vor allem in den Dienstleistungsbranchen erzielt werden“, sagte Prognos-Experte Kai Gramke dem Handelsblatt. „Mit zusätzlicher Nachfrage in Bau, vor allem aber in Gesundheit wird nicht nur die Konjunktur gestützt, sondern es werden zusätzlich wichtige Zukunftsinvestitionen getätigt, die langfristig das Wachstum befördern.“ Der Fahrzeugbau sei zwar eine Schlüsselbranche und wichtigster Industriezweig, aber mit jedem 15. Arbeitsplatz nicht ganz so wichtig wie oftmals behauptet – laut Verband der Automobilwirtschaft hängt jeder siebte Job in Deutschland am Fahrzeugbau.

Angesichts dramatisch schlechter Wirtschaftsdaten will die Regierung kommende Woche ihr Konjunkturpaket II im Eiltempo beschließen. Geplant sind vor allem öffentliche Investitionen und eine Entlastung der Bürger in Form von Steuer- und/oder Abgabensenkung. Darüber hinaus wird über spezielle Hilfen für die Autoindustrie – etwa in Form einer Abwrackprämie – nachgedacht.

Außer bei den öffentlichen Investitionen besteht bei den anderen Maßnahmen jedoch die Gefahr von Sickerverlusten.So könnten die Verbraucher zusätzliches Nettoeinkommen nicht ausgeben, sondern angesichts der allgemeinen Verunsicherung lieber sparen. „Steuersenkungen sind Wachstumspolitik und nicht Konjunkturpolitik“, sagt Prognos-Ökonom Michael Böhmer. Es sei unwahrscheinlich, dass solche Entlastungen den Weg aus dem derzeitigen Konjunkturtal ebneten. Abwrackprämien könnten unter Umständen vor allem Käufern zugute kommen, die ohnehin ein neues Auto kaufen wollen. „Wer um seinen Arbeitsplatz bangt, kauft trotz staatlichem Zuschuss wohl kein neues Auto“, warnt Böhmer.

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