Prognose: 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum
Ifo Institut schraubt Erwartungen hoch

Das Münchner Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr leicht angehoben. Wegen des starken Exports wird wird in Deutschland mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum als zuletzt angenommen gerechnet. Der weltwirtschaftlichen Entwicklung hinkt Deutschland damit aber weiter deutlich hinterher.

HB MÜNCHEN. Das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) erhöhte am Dienstag seine Wachstumsprognose für 2004 auf 1,7 %, nachdem die sechs führenden Institute im April gemeinsam noch 1,5 % vorhergesagt hatten. „Wir können mit Fug und Recht sagen, dass die Flaute der letzten Jahre überwunden ist und ein Aufschwung - ein kleiner Aufschwung - im Gange ist“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Erstmals in diesem Jahr wächst einer Umfrage zufolge auch an den Finanzmärkten wieder die Zuversicht über die wirtschaftliche Entwicklung. Auf dem Arbeitsmarkt ist die Erholung in diesem Jahr jedoch nach Einschätzung des Ifo noch nicht zu spüren, da erst 2005 Arbeitsplätze entstünden.

Das Ifo wies darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft wohl nur um rund 1,2 % wachsen würde, wenn nicht so viele Feiertage auf Wochenenden fallen würden. Auch das Kieler IfW hatte seine Prognose vor wenigen Tagen auf 1,8 % angehoben; an anderen Instituten wird wegen der zuletzt guten Konjunkturdaten ebenfalls über eine Aufwärtsrevision nachgedacht. Der Sachverständigenrat bleibt jedoch nach Worten seines Vorsitzenden Wolfgang Wiegard zunächst bei seiner Prognose von rund 1,6 % Wachstum. Getragen wird die deutsche Wirtschaft weiter vom starken Export. „Die Binnennachfrage wird dagegen erst allmählich kräftiger“, hieß es in der Ifo-Konjunkturprognose.

Auch im kommenden Jahr erwartet das Ifo ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,7 %, bereinigt um die unterschiedliche Zahl von Arbeitstagen wären es 1,9 %. Den EU-Stabilitätspakt werde Deutschland 2005 mit einem Defizit von 3,4 % zum vierten Mal in Folge verletzen. „Deutschland hat sich zum Gespött Europas gemacht“, sagte Sinn mit Blick darauf, dass Deutschland die Drei-Prozent-Regel im Stabilitätspakt seinerzeit durchgesetzt hat. Auch der Wirtschaftsweise Wiegard sagte, das Defizit werde vermutlich über drei Prozent liegen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt nach Auffassung der Ifo-Forscher prekär. „Zu einem - wenn auch nur schwachen - Beschäftigungsaufbau kommt es erst im nächsten Jahr; die Zahl der Arbeitslosen wird weiter hoch sein.“

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