Prognose
Bundesregierung erwartet 2015 zwei Prozent Wachstum

Die deutsche Wirtschaft soll 2015 etwas stärker wachsen. In ihrer Prognose für die EU-Kommission geht die Bundesregierung von einer Rate von zwei Prozent aus. Positiv gestimmt ist sie auch für den Arbeitsmarkt.
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Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland wird sich nach Erwartung der Bundesregierung im kommenden Jahr weiter beschleunigen. "Für das Jahr 2015 erwartet die Bundesregierung eine reale Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von 2,0 Prozent und damit erneut ein kräftiges Wachstumsplus", heißt es im neuen Stabilitätsprogramm der Bundesregierung für die EU-Kommission. In dem Reuters am Dienstag vorliegenden Bericht rechnet die Regierung von 2016 bis 2018 mit einem durchschnittlichen realen BIP-Plus von etwa eineinhalb Prozent im Jahr. "In diesem Zeitraum wird sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt weiter fortsetzen", heißt es in dem Stabilitätsprogramm, das das Bundeskabinett am Vormittag in Berlin verabschieden will.

Für dieses Jahr erwartet die Bundesregierung ein reales Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. "Die Frühindikatoren zeichnen für das Jahr 2014 ein positives Bild", heißt es in dem 46-seitigen Bericht, den die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone jährlich in Brüssel vorlegen. Insbesondere die Stimmung der Unternehmen und Verbraucher habe sich mehrmals verbessert. "Zusammengenommen signalisieren die Wirtschaftsdaten sowie das sich verbessernde weltwirtschaftliche Umfeld, dass die gesamtwirtschaftliche Erholung in diesem Jahr in einen breit angelegten Aufschwung mündet", heißt es in dem Bericht weiter.

Darin bestätigt die Bundesregierung außerdem ihre finanzpolitischen Ziele. So plant der Bund 2015 erstmals seit 1969 wieder einen Haushalt ohne neue Schulden. Das Budget des Gesamtstaates aus Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen war bereits 2012 und 2013 ausgeglichen. "Das bei der Konsolidierung Erreichte zu sichern, ist eines der wesentlichen Ziele der Bundesregierung", heißt es in dem Bericht: "Es gilt, die Neuverschuldung zu stoppen und die Schuldenstandsquote nachhaltig zu senken." So solle der Schuldenstand deutlich schneller zurückgeführt werden als von den europäischen Regeln vorgegeben sei.

Ziel der Bundesregierung ist es, die Schuldenstandsquote innerhalb von zehn Jahren auf weniger als 60 Prozent des BIP zurückzuführen. Bis Ende 2017 soll der Schuldenstand auf unter 70 Prozent des BIP von derzeit rund 80 Prozent sinken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Prognose: Bundesregierung erwartet 2015 zwei Prozent Wachstum"

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  • Prognosen werden an der Realität gemessen! Und wie oft wurden die Zahlen korrigiert? Also sind sie nichts wert.

  • Erwartet das die Bundesregierung oder deren nutzlosen Berater ??? Die Berater haben bisher immer falsch gelegen da können wir ebenso mit Hühnerknochen werfen und daraus dann die Zukunft vorhersagen. Ja, Prognosen sind schwierig besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

  • Die EZB bereitet sich auf Anleihekäufe vor.
    Die Bundesregierung träumt, anlässlich der Europawahlen, von 2% Wachstum. Das ist schon eine ziemlich große Bandbreite. Aufgrund der galappierenden Verschuldung in der Eurozone ist eine verschärfte Krise aber wahrscheinlicher.

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