Prognose
Die Zuversicht der Unternehmen nimmt weltweit kräftig zu

Einer KPMG-Umfrage zufolge rechnen vor allem die Firmen in den Bric-Staaten und den USA mit besseren Geschäften. Die Rückkehr zum Wachstumskurs liegt vor allem an einer gestiegenen lokalen Nachfrage. In Deutschland wächst der Optimismus ebenfalls, wenn auch nur verhalten.
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FRANKFURT. Think positive! Diesem Leitspruch scheinen weltweit viele Unternehmen zu folgen. In den USA sowie in den Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China schätzen die Firmen ihre Geschäftsaussichten für das kommende Jahr am zuversichtlichsten ein. Die Unternehmen in Deutschland sind zwar weniger optimistisch – aber die Industrie wie auch die Dienstleister beurteilen ihre Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate weit optimistischer als noch im Sommer. Das ergab eine internationale Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter 11 000 Unternehmen, darunter rund 500 aus Deutschland.

Damit stützt die Umfrage einen Trend, der sich für Deutschland in den vergangenen Monaten beispielsweise am Ifo-Geschäftsklimaindex gezeigt hatte. Das wichtigste Stimmungsbarometer für Deutschland, das ebenso auf einer Umfrage unter Unternehmen beruht, war im November das achte Mal in Folge gestiegen.

Europa hinkt noch hinterher

„Bei aller Zuversicht schätzen die Unternehmen in Europa ihre Lage im weltweiten Vergleich jedoch immer noch deutlich skeptischer ein“, sagt Marianne Schramm von KPMG. Ihre Erwartungen an Umsätze, Auftragseingänge, Gewinne und Beschäftigung seien wesentlich zurückhaltender als die der Unternehmen in den USA und in den Bric-Staaten.

Dass die Unternehmen dort wieder voll auf Wachstumskurs seien, während in Europa die Erholung erst beginne, erklärt Schramm etwa mit der gestiegenen lokalen Nachfrage, Kostenvorteilen und einer hohen Investitionsbereitschaft der Regierungen.

Den Schwellenländern, insbesondere China, traut auch der Chefökonom des amerikanischen Forschungsinstituts Conference Board, Bart van Ark, im kommenden Jahr am meisten zu. Der Anteil der Industrieländer am weltweiten Bruttoinlandsprodukt sei von zwei Drittel im Jahr 2000 auf derzeit weniger als fünfzig Prozent gesunken und werde bis zum Jahr 2016 noch ein Drittel betragen, schätzt der Conference Board in seinem gestern vorgelegten Wirtschaftsausblick.

Die weltweite Erholung kommt der exportlastigen deutschen Wirtschaft zwar zugute. Aber der globale Wettbewerb verschärfe sich zusehends, warnt KPMG. Entsprechend hoch sei der Margendruck. Selbst in Schlüsselindustrien wie der Autozulieferbranche sei mit Insolvenzen zu rechnen.

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