Prognose Euro-Zone
Wirtschaftswachstum schwächt sich ab

Die Konjunkturerholung in der Euro-Zone wird nach Einschätzung führender europäischer Wirtschaftsforschungsinstitute an Schwung verlieren. Auch die EU-Kommission sieht das Wirtschaftswachstum skeptischer. Mitschuldig sei Deutschland.

HB BRÜSSEL. Für das dritte Quartal senkte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose auf 0,4 bis 0,8 Prozent. Zuvor hatte sie 0,1 Prozentpunkte mehr erwartet.

Auch die Prognosen bis Anfang 2007 fielen um jeweils rund 0,2 Prozentpunkte niedriger aus: Im vierten Quartal erwartet die Kommission nun einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 0,2 bis 0,7 Prozent und am Jahresanfang 2007 sogar nur noch 0,0 bis 0,5 Prozent.

Auch die führenden europäischen Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass der wirtschaftliche Aufschwung in der Eurozone nach dem kräftigen Zuwachs im ersten Halbjahr etwas an Dynamik verlieren wird. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im dritten Quartal um 0,7 Prozent und im Schlussquartal 2006 um 0,6 Prozent steigen, teilten das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo), die französische Statistikbehörde INSEE und das italienische Institut ISAE in einer gemeinsamen Prognose mit. „Die Entwicklung bleibt günstig, sie wird jedoch weniger schwungvoll verlaufen“, erklärten die Forscher.

Die Zuwachsraten bei privatem Konsum und Investitionen dürften sich etwas abschwächen, erwarten die Institute. Wegen der schwächeren Weltwirtschaft werde auch die Industrieproduktion an Schwung verlieren.

Zu Jahresbeginn war die Wirtschaft in der Euro-Zone noch um 0,8 Prozent gewachsen, im Frühjahr sogar um 0,9 Prozent. Insgesamt dürfte das BIP 2006 um 2,7 Prozent zulegen, sagen die Institute voraus. Für 2007 erwarten die Forscher einen holprigen Start. Im ersten Quartal sei nur noch mit 0,3 Prozent Wachstum zu rechnen. „Die Abflachung zu Beginn des neuen Jahres, die durch die Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland ausgelöst wird, ist jedoch nur temporär“, hieß es.

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