Prognose: Forscher erwarten in Deutschland weniger Arbeitslose

Prognose
Forscher erwarten in Deutschland weniger Arbeitslose

2013 wird die Arbeitslosenquote weiter sinken, prophezeit das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), denn nie zuvor gab es mehr potenzielle Erwerbstätige. Lohndumping sei aber keine Perspektive, heißt es.
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BerlinGegen den Trend in Europa hellen sich die Aussichten für den Arbeitsmarkt in Deutschland nach Einschätzung der Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf. Die Arbeitslosigkeit werde 2013 das vierte Jahr in Folge sinken, erklärte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in seiner Frühjahrsprognose. Die Forscher erwarten nun einen Rückgang um 40.000 auf 2,86 Millionen Arbeitslose. Im Herbst hatten sie für 2013 noch einen Anstieg in gleicher Höhe vorausgesagt. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten werde um 320.000 auf 29,31 Millionen und damit auf den höchsten Stand seit 1992 steigen. Den Sozialversicherungen verheißt dies steigende Einnahmen und volle Kassen.

Eine weiterhin hohe Zahl von Zuwanderern aus Ost- und Südeuropa sowie eine steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren wird nach Annahmen des IAB dazu führen, dass 45,47 Millionen Menschen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Das sei ein Rekordwert. Die Zahl der Erwerbstätigen könnte um 230.000 auf 41,84 Millionen zulegen. Fast jeder Siebte davon geht nur einem Mini-Job nach. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen gehe aber seit dem Höchststand 2006 zurück.

Das IAB mahnte, weitere Erfolge auf dem Arbeitsmarkt kämen nicht von alleine. Notwendig seien Weiterbildung und Qualifizierung, um etwa die Erwerbsituation von atypisch Beschäftigten zu verbessern. Dazu zählen die Forscher Minijobs, Leiharbeit, befristete Jobs, Teilzeit wie auch Beschäftigte im Niedriglohnbereich. Hier werde neuer Schwung benötigt, sagte IAB-Prognose-Chef Enzo Weber: „Aber diesmal nicht, indem wir billiger werden, sondern indem wir besser werden.“

Das IAB geht für 2013 von einem Wirtschaftswachstum in Deutschland in Höhe von 1,3 Prozent aus. Die Konjunktur werde im Laufe des Jahres an Fahrt aufnehmen. Dafür sei entscheidend, dass der Nachholbedarf bei den Investitionen realisiert werde und es keine Verschärfung der Schuldenkrise in Europa gebe. Weber zeigte sich zuversichtlich, dass sich die deutsche Wirtschaft zügig erholen werde: „Das Tal scheint durchschritten zu sein, die Frühindikatoren legen kräftig zu.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Forscher der Pharmaindustrie erwarten weniger bis keine NEbenwirkungen mehr bei MEdikamenten.

    ...und rumänische Forscher der rumänischen LEbensmittelindustrie konnten kein Pferdefleisch in Lasagne nachweisen...

    Alles klar?

  • "Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA)" Ein Widerspruch in sich.

    :-)))

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