Prognose
Gute Aussichten für deutschen Export

Der deutsche Exportmotor brummt - und daran wird sich nach Einschätzung vieler Ökonomen 2007 wenig ändern. Von der verbesserten Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft profitieren etliche Branchen. Auch im Welthandel ist ein Ende des Aufschwungs nicht in Sicht.

DÜSSELDORF. Allerdings dürfte der Exportmotor nicht mehr auf so hohen Touren laufen wie noch in diesem Jahr, in dem die Warenausfuhr zweistellig zulegt. Der Hauptgrund ist eine Abschwächung der weltweiten Konjunkturdynamik, für die es in den Vereinigten Staaten bereits Anzeichen gibt. Entscheidend wird nicht nur sein, wie stark sich die US-Konjunktur abkühlt, sondern auch, wie die Weltwirtschaft darauf reagiert.

Institute, Banken und Organisationen erwarten in den USA 2007 ein Wirtschaftswachstum, das deutlich unter die Potenzialrate von drei Prozent fallen wird. Welthandel und Weltwirtschaftswachstum dürften den Prognosen zufolge davon aber nur moderat gebremst werden. Der Aufschwung wird nach diesen Prognosen und nach dem Ifo-Weltwirtschaftsklima insbesondere in Mittel- und Osteuropa sowie in den asiatischen Schwellenländern anhalten. "Möglicherweise reagiert der Rest der Welt weniger stark auf den US-Konjunkturzyklus und wir erleben 2007 eine positive Überraschung", schreibt Stefan Bielmeier in einer Exportstudie der Deutschen Bank.

Optimistisch gibt sich in diesem Herbst insbesondere der Deutsche Industrieund Handelskammertag (DIHK), der für seine Außenhandelsumfrage über Informationen aus mehr als 80 Ländern verfügt. Aus den Rückmeldungen schließt DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke, dass das weltweite Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr voraussichtlich 4,5 Prozent beträgt und damit nur einen halben Prozentpunkt niedriger sein wird als in diesem Jahr.

Auch beim Welthandel halten sich die Bremseffekte nach seiner Einschätzung in Grenzen: Der DIHK hält acht nach neun Prozent Zuwachs für denkbar. Er schätzt die Abschwächung damit nur halb so hoch ein wie der Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels (BGA). Die deutschen Warenexporte können nach der DIHK-Prognose das Wachstumstempo des Welthandels erneut übertreffen. Nitschke prognostiziert einen nominalen Anstieg von neun Prozent nach voraussichtlich elf Prozent in diesem Jahr. "Deutschland profitiert stark von der Globalisierung der Märkte", sagt er. Sollten die Importe gleichzeitig wesentlich langsamer zunehmen, könnte der Außenhandel auch wieder einen höheren Wachstumsbeitrag zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) leisten und damit die wegen der Mehrwertsteuererhöhung erwartete Konsumschwäche im Inland teilweise kompensieren.

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