Prognose-Ranking
Weidmann ist der beste Hellseher

Die Konjunktur treffsicher vorherzusagen ist schwer, aber nicht unmöglich. Das Handelsblatt hat nachrechnen lassen. Ergebnis: Die Bundesbank lag mit ihren Prognosen für 2013 am besten – Schlusslicht ist eine Landesbank.
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DüsseldorfFür die ehrgeizige deutsche Wirtschaft war das Jahr 2013 eines, das man am liebsten schnell vergessen sollte: Nur 0,4 Prozent Wirtschaftswachstum standen am Ende zu Buche. Sieht man einmal vom Horrorjahr 2009 ab, dann war das Jahr das schwächste der letzten Dekade. Zwar gaben die Deutschen wieder mehr für den privaten Konsum aus und auch der Arbeitsmarkt lief solide. Doch ansonsten herrschte Tristesse: Die Investitionen sanken sogar unter das Vorjahresniveau – und der Exportsektor konnte nur mit Mühe überhaupt ein bisschen wachsen.

Dass es ganz so arg kommen würde, hatten die meisten Konjunkturforscher nicht kommen sehen. Im Dezember 2012 rechneten sie im Schnitt immerhin noch mit 0,7 Prozent – und manche nannten sogar weit über ein Prozent. Nicht so die Bundesbank: Beim Konjunkturteam der Notenbank war man sich relativ sicher, dass das folgende Jahr schwach würde – schließlich war die Stimmung in der Wirtschaft im Spätherbst 2012 immer schlechter geworden. Die Frage, die sich Bundesbank-Forscher Johannes Hoffmann und seine Kollegen stellten: Sollte man sich trauen, eine deutlich pessimistischere Prognose abzugeben als die Kollegen?

Man traute sich. Und lag am Ende mit der Prognose so nah an der tatsächlichen Entwicklung wie kein anderes Institut. Der Handelsblatt-Preis für die beste Konjunkturprognose geht daher an die Bundesbank. Auf Platz zwei folgt die Privatbank MM Warburg, Bronze hat die Berliner Landesbank bekommen. Schlusslicht im Ranking ist die Helaba.

Um unter 25 Prognosen, die Banken und Institute Ende 2012 für das Folgejahr erstellt haben, die beste zu finden, hat sich das Handelsblatt prominente Hilfe geholt: Die US-Ökonomen Herman Stekler und Tara Sinclair, die an der renommierten amerikanischen George Washington-University ein Forschungsprojekt über wirtschaftliche Vorhersagen leiten, standen mit Rat und Tat zur Seite.

Anders als bei anderen Prognose-Wettbewerben wurden bei der Auswertung nicht nur die Vorhersagen für das Gesamtwachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) berücksichtigt, sondern weitere sechs Werte – neben der Arbeitslosenquote und der Inflation waren das auch die Teilbereiche der Verwendungsrechnung für das BIP, darunter das Wachstum des privaten Konsums, der Investitionen, sowie der Im- und Exporte.

Dieser breite Ansatz wurde gewählt, da sich nur im Zusammenspiel verschiedener Größe ein zusammenhängendes Bild von der konjunkturellen Entwicklung ergibt. Schließlich könnte man das BIP-Wachstum zufällig richtig prophezeien, obwohl man die Stärke der einzelnen Faktoren völlig falsch vorhersagte.

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Kommentare zu " Prognose-Ranking: Weidmann ist der beste Hellseher"

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  • Weidmann , Wirtschaftsweise und der ganze Rest erzählen nur was um die Stimmungen zu verschieben.Immer nach dem Motto : Morgen korrigiere ich das. Bisher hat nich nie eine Prognose gestimmt. Aber es heißt ja auch : Prognosen sind schwierig ...besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Frau Merkel hat auch in der Krim Krise mal wieder nichts kapiert. Russland ist einer von DEUTSCHLANDS wichtigsten Handelspartner. Natürlich krakelt Baracke Obama nach Sanktionen, weil es die USA so gut wie nichts kostet. Wen diese Sanktionen wie ein Hammerschlag treffen, ist die fragile deutsche Exportwirtschaft. Und unsere ahnungslose Kanzlerin tappt mal wieder mitten rein in die aufgestellte Falle. Diese Frau ist so unsäglich dämlich. Anstatt die berechtigten Interessen von Russland zu respektieren und den Handel mit Russland weiter auszubauen. Denn was wird passieren. Die Sanktionen laufen voll ins Leere. Anstatt Gas und Öl nach Europa zu exportieren wird China ein dankbarer Abnehmer sein. Und China wird Russland mit High-Tech Produkten und Industriegütern fluten. Von Lokomotiven, über Durckmaschinen, Autos, LCD Fernseher und Smartphones. Und Deutschland schaut in die grosse, lange Mannesmann Röhre und darf bestenfalls noch Waren an unser Pleite-Nachbarn über IWF Kredite liefen.

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