Prognose
RWI: Aufschwung könnte 2009 auslaufen

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat wegen des starken ersten Quartals 2008 seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 2,2 Prozent von bislang 1,7 Prozent angehoben. Zugleich blicken die Forscher für 2009 "deutlich skeptischer in die Zukunft".

HB ESSEN. Der langjährige Aufschwung in Deutschland könnte nach Einschätzung des Forschungsinstituts RWI nächstes Jahr auslaufen. "Es besteht das Risiko, dass der Konjunkturzyklus endet", sagte RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn.

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) korrigierte zugleich seine Wachstumsprognose für 2009 auf 1,5 von zuvor 1,8 Prozent nach unten. Für dieses Jahr schraubten die Essener Forscher wie andere Institute zuvor hingegen die Erwartungen nach oben: Sie rechnen nach dem starken ersten Quartal mit einem Plus von 2,2 (zuvor 1,7) Prozent.

Zahlreiche Indikatoren deuteten allerdings auf eine nachlassende Konjunktur hin. Die hohen Ölpreise und der starke Euro belasteten die deutsche Exportwirtschaft mehr und mehr. Auch die Binnenwirtschaft werde durch die relativ hohe Inflation beeinträchtigt. Im Jahresdurchschnitt erwartet das RWI eine Teuerungsrate von drei Prozent, die den Anstieg der Realeinkommen spürbar dämpfen dürfte. Unter dem anhaltend hohen Preisdruck werde der private Konsum leiden, der 2008 mit 0,9 und 2009 mit 1,3 Prozent nur mäßig zulegen werde.

Das nächste Jahr werde voraussichtlich von einer relativ hohen Inflation und einer strafferen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geprägt sein, sagte Döhrn: "Das sind Symptome für die Spätphase eines Aufschwungs, wie wir sie auch schon früher gesehen haben." Es sei bereits jetzt absehbar, dass die Teuerung nicht mehr alleine von den Energie- und Nahrungsmittelpreisen getrieben werde, da inzwischen die Löhne und Lohnstückkosten beschleunigt stiegen. "Selbst wenn - wie hier unterstellt - die Notierungen an den Rohstoffmärkten nicht weiter anziehen, dürfte die Preissteigerung im Euro-Raum auch 2009 über dem Ziel der EZB liegen", sagte das RWI voraus.

Die EZB sieht ein stabiles Preisniveau bei einer Teuerungsrate von mittelfristig knapp unter zwei Prozent gegeben. Da diese Marke voraussichtlich nicht eingehalten werde, sei mit Zinserhöhungen zu rechnen. Dies wird die Konjunktur nach Einschätzung des RWI im Laufe des Jahres dämpfen.

Dennoch wird die Zahl der Arbeitslosen nach Ansicht der Forscher nächstes Jahr unter drei Millionen fallen. Das Forschungsinstitut geht davon aus, dass 2009 nur noch rund 2,99 Millionen erwerbslos sein werden. "Es ist unter anderem der demografische Faktor, der den Abbau der Arbeitslosigkeit begünstigt", sagte Döhrn. Es wirke sich aus, dass es einen relativ hohen Anteil von Arbeitslosen nahe am Rentenalter gebe. Zugleich sei die Kurzarbeitslosigkeit nicht mehr so stark.

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