Prognose
RWI rechnet mit stabilem Wachstum 2010

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Konjunkturprognose für Deutschland im kommenden Jahr erhöht. Angetrieben unter anderem von dem Export und öffentlichen Investitionen werde die Wirtschaft 2010 um 1,6 Prozent wachsen, prognostizierte das RWI am Donnerstag in Essen.
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HB BERLIN. Die kräftige Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2009 sorgt nach Einschätzung des Essener RWI auch im kommenden Jahr für stabiles Wachstum. Die deutsche Wirtschaftsleistung werde 2010 um 1,6 Prozent zulegen, teilten das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) am Donnerstag mit. Gestützt werde die Erholung von den verstärkten Ausgaben des Staates und der Belebung des Welthandels. Investitionen und Konsum dürften dagegen weiterhin schwach bleiben.

Die Experten hoben zwar ihre Prognose um 0,4 Prozentpunkte an. Allerdings warnen sie davor, nun in allzu große Euphorie zu verfallen. Denn die Hälfte des Wachstums sei allein auf einen statistischen Effekt zurückzuführen: Weil das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal deutlich über dem Jahresdurchschnitt liege, treibe dieser statistische Überhang rechnerisch die Wirtschaftsleistung nach oben. „Ansonsten bleibt die Erholung moderat“, schrieben die Forscher des Instituts, das von dem Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt geleitet wird.

Zur Belastung für den Aufschwung dürfte insbesondere die steigende Arbeitslosigkeit werden. Bisher habe sich der Arbeitsmarkt zwar robust gezeigt, das dürfte sich aber ändern: „Die Zahl der Erwerbslosen wird voraussichtlich bis weit in den beginnenden Aufschwung hinein zunehmen.“ Ende 2010 sei mit 3,8 Mio. Arbeitslosen zu rechnen. Dazu komme ein massiver Personalüberhang bei vielen Unternehmen, die trotz rückläufiger Produktion ihre Belegschaft mit dem Einsatz der Kurzarbeit und dem Abbau von Überstunden gehalten hätten. Für sie bestehe daher wenig Anlass, im Aufschwung frei werdende Arbeitsplätze neu zu besetzen.

Dazu kämen weiter schwierige Finanzierungsbedingungen für die Unternehmen. Auch dürften die Impulse seitens der Wirtschaftspolitik in vielen Ländern schwächer werden. Insbesondere in der ersten Jahreshälfte dürfte das Wachstum daher gedämpft ausfallen. Im zweiten Halbjahr werde die Erholung dann wieder an Schwung gewinnen, wenn die Schubkraft der Weltwirtschaft zunehme und die Firmen angesichts steigender Auslastung wieder vermehrt investierten. Dennoch werde es noch Jahre dauern, bis alle Folgen der Krise überwunden sind: Ende 2010 dürfte die Wirtschaftsleistung noch rund vier Prozent unter dem Höchstwert vor Beginn der Rezession liegen.

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