Prognosen 2010
In Asien deuten erste Zeichen auf Erholung

Positive Konjunkturdaten aus China haben Hoffnungen auf eine Belebung der chinesischen und weltweiten Wirtschaft genährt. Nach Einschätzung der Asiatischen Entwicklungsbank können auch die aufstrebenden Länder Asiens nach einem Wachstumseinbruch in diesem Jahr im nächsten schon wieder mit einem robusten Aufwärtstrend rechnen. Dennoch fürchten viele Länder wegen der Finanzkrise Unruhen.

HB PEKING/NUSA DUA. In China stieg der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Forschungsinstituts CLSA für das verarbeitende Gewerbe stieg im April auf 50,1 Punkte von 44,8 Zählern im März, wie CLSA am Montag mitteilte. Damit durchbrach das viel beachtete Barometer erstmals seit Juli 2008 die Marke von 50, ab der Wachstum signalisiert wird. Es ist der höchste Stand seit neun Monaten. Die Regierung in Peking habe außerordentlichen Erfolg mit ihren Konjunkturprogrammen, sagte CLSA-Konjunkturchef Eric Fishwick. Auch Exportaufträge hätten zugelegt. Er hoffe nun, dass eine wachsende Binnennachfrage den Index auch in den kommenden Monaten über der Marke von 50 halte, sagte Fishwick.

Die CLSA-Daten bestätigten den Trend zur Erholung der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft, den das chinesische Statistikbüro am Samstag vermeldet hatte. Der amtliche PMI hält sich demnach bereits den zweiten Monat in Folge über der Schwelle von 50 Punkten: Im April legte er auf 53,5 Zähler von 52,4 Punkten im März zu.

Analysten sahen in den beiden Umfragen ihre Einschätzung bestätigt, dass die chinesische Wirtschaft wieder in Gang kommt und auch die Weltwirtschaft nach ihrem schärfsten Rückgang seit sechs Jahrzehnten wieder Fahrt aufnehmen könnte. Die Experten zeigten sich vor allem beeindruckt von der Breite der Erholung in China, da sämtliche Indizes wie für Neuaufträge, Produktion und Beschäftigung die 50-Punkte-Marke erstmals seit Juli durchbrachen.

Nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas wird im zweiten Quartal um sieben Prozent steigen nach 6,1 Prozent zum Jahresauftakt. Wie aus einem Bericht des Wirtschaftsinstituts State Information Centre am Montag zudem hervorgeht, dürfte der Verbraucherpreisindex im zweiten Quartal auf Jahresbasis hochgerechnet um 1,3 Prozent sinken. Für die Exporte sagen die Volkswirte einen Einbruch um 20,2 Prozent und für die Importe einen Rückgang von 25,5 Prozent voraus. Nach Ansicht der Experten ist die chinesische Konjunktur damit aber noch nicht kräftig genug, um sich zu stabilisieren und zu erholen.

Die aufstrebenden Länder Asiens können nach einem Wachstumseinbruch in diesem Jahr im nächsten schon wieder mit einem robusten Aufwärtstrend rechnen. Das sagte der Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank ADB, Haruhiko Kuroda, am Montag bei der Jahrestagung der Bank auf der indonesischen Insel Bali. Er rechnet mit sechs Prozent Wachstum im kommenden Jahr, nach einem Einbruch von 9,5 auf 3,4 Prozent in diesem Jahr.



Nicht ganz so optimistisch äußerte sich der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono. „Wir haben noch keine Anzeichen, ob das schlimmste hinter uns liegt oder noch schlechte Nachrichten auf uns zukommen“, sagte er. „Wir wissen nur mit Sicherheit, dass 2009 ein schwieriges Jahr für viele Volkswirtschaften wird.“

„Wir sollten nicht verzweifeln“, sagte Kuroda. „Unsere Region wächst und wird ein Prüfstein für Dynamik und Hoffnung bleiben und erheblich zum Weltwachstum und Abbau der Armut beitragen.“ An der Tagung nehmen Minister, Zentralbankgouverneure und Beamte der 67 Mitgliedsländer teil. „In der Krise liegen auch Chancen für unsere Region und die Welt – Chancen, unseren Ansatz in Entwicklungsfragen neu zu strukturieren und ein nachhaltigeres globales Gleichgewicht zu schaffen“, sagte Kuroda.

Trotzdem wächst in Asien die Furcht vor Unruhen in Folge der internationalen Finanzkrise. „Die Armut verschlimmert sich in vielen Ländern, Unternehmen straucheln“, sagte Indonesiens Präsident Yudhoyono beim ADB-Treffen. Auch der extrem wichtige Kampf gegen den Klimawandel könnte sich verzögern. „Wenn all dies nicht unter Kontrolle gebracht wird, könnten am Ende in vielen Ländern soziale und politische Unruhen ausbrechen“, sagte er vor den anwesenden Finanzministern und Zentralbank-Gouverneuren.

Trotz der positiven Konjunktursignale aus China warnte der Finanzminister des Landes, Xie Xuren, am Montag vor zu großer Euphorie. Die von der Pekinger Regierung eingeleitete Ankurbelung der Binnennachfrage zeige zwar überraschend starke Wirkungen, aber China stehe weiter vor enormen Herausforderungen.

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