Prognosen angehoben
Institut für Weltwirtschaft erwartet höheres Wachstum

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland kräftig angehoben. Die Experten vergleichen die gegenwärtige Situation mit dem Boom von 1990 nach der Wiedervereinigung. Auch die Zahl der Arbeitslosen wird deutlich zurückgehen.

HB BERLIN. Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nach Einschätzung des IfW trotz Mehrwertsteuererhöhung schneller wachsen als 2006. Die Kieler Forscher hoben ihre Prognose auf 2,8 von 2,1 Prozent an, wie das Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Montag mitteilte. 2006 hatte die Wirtschaft mit 2,7 Prozent so stark zugelegt wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr. „Der Aufschwung in Deutschland setzt sich kräftig fort“, hieß es. Auch 2008 rechnen die Kieler Forscher mit einem kräftigeren Plus von 2,4 Prozent. Bislang hatten sie 2,1 Prozent vorhergesagt.

"Die Auftragsbestände der Unternehmen seien so hoch „wie seit langem nicht mehr“, schreiben die Experten. Sie vergleichen die gegenwärtige Situation mit dem Boom von 1990 nach der Wiedervereinigung. Die Kapazitätsauslastung der Industrie sei mit 87,5 Prozent für Gesamtdeutschland auf den höchsten Stand jemals gestiegen.

Der kräftige Aufschwung führt dem IfW zufolge in diesem und im kommenden Jahr trotz des erwarteten stärkeren Lohnanstiegs zu deutlich mehr Beschäftigung. Im Jahresschnitt 2007 dürfte die Erwerbstätigkeit um reichlich ein Prozent zunehmen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen werde um rund 700 000 auf 3,74 Millionen sinken. Damit bleibt sie erstmals seit 2001 unter der Marke von vier Millionen. 2008 werde sie weiter auf rund 3,4 Millionen zurückgehen.

Das Staatsdefizit werde in diesem Jahr auf 0,7 Prozent nach 1,7 Prozent 2006 sinken. Vor allem die konjunkturbedingten Einnahmen des Staates würden kräftig steigen. 2008 könne das Defizit dann sogar auf 0,5 Prozent zurückgehen. „Damit scheint das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes in greifbare Nähe gerückt zu sein.“ Die Bundesregierung geht für dieses Jahr von 1,5 Prozent aus. 2008 soll das Defizit nach ihren Vorstellungen soweit wie möglich sinken.

Die Europäische Zentralbank wird die Leitzinsen in der Euro-Zone nach Einschätzung der Forscher weiter anheben: „Wir erwarten weitere Zinsschritte von 25 Basispunkten im Juni und September.“ Damit würde ein Zinsniveau von 4,25 Prozent erreicht.



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