Prognpse für das erste Halbjahr 2005
Brüssel lässt hoher Ölpreis unbeeindruckt

Die EU-Kommission hält ihre Wachstumsprognose für das erste Halbjahr trotz der hohen Ölpreise aufrecht. Unterdessen will die OECD ihre Prognose für das Gesamtjahr senken. Die Europäische Zentralbank hält den hohen Ölpreis für gefährlich.

HB BRÜSSEL. Wie die Kommission am Donnerstag mitteilte, erwartet sie für das 1. Quartal 2005 in der Eurozone weiterhin einen Wachstumskorridor von 0,2 bis 0,6 % zum Vorquartal - und für das 2. Quartal eine Spanne von 0,3 bis 0,7 %. Die Behörde hatte erst vor zehn Tagen die Gesamtjahres-Vorhersage für die Eurozone von 2,0 auf 1,6 % heruntergeschraubt.

Unterdessen will die OECD ihre Prognose für die Euro-Zone für 2005 von 1,9 auf 1,7 % senken. Für die USA wolle die OECD dagegen die Prognose von 3,3 auf 3,8 % anheben, verlautete am Donnerstag aus der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Ihre nächste offizielle Prognose will die OECD am 24. Mai bekanntgeben. Nach den vorläufigen Zahlen erwartet die OECD im kommenden Jahr ein Wachstum von 2,4 % im Euroraum und 3,4 % in den USA.

Die hohen Ölpreise heizen nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) die Inflation in der Euro-Zone an und bedrohen das Wirtschaftswachstum. In den kommenden Monaten werde die jährliche Teuerungsrate weiterhin etwas über zwei Prozent liegen, schreibt die Zentralbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Im März betrug die Rate 2,1 %. Die Entwicklung werde ganz wesentlich durch den Ölpreis beeinflusst.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone kommt auch nach Einschätzung von Konjunkturforschern angesichts schwacher Binnennachfrage und mangelnder Impulse aus dem Export weiter nicht in Schwung. Zwar werde sich das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euroraum nach der deutlichen Abschwächung im Schlussquartal 2004 in diesem Jahr erholen, prognostizierten die Institute ifo (München), Insee (Paris) und ISAE (Rom) am Donnerstag. Das BIP-Wachstum werde jedoch bei weiterhin hohen Ölpreisen in den kommenden sechs Monaten verhalten ausfallen. Als weiteren Grund sehen die Ökonomen unter anderem den anhaltenden Euro-Höhenflug, der den Außenhandel belaste. Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt drücke zudem auf das Verbrauchervertrauen und bremse den Konsum.

Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat in Luxemburg wuchs die Wirtschaft der Eurozone in den letzten drei Monaten 2004 nur mäßig. Gegenüber dem 3. Quartal betrug das Wachstums 0,2 %, berichtete Eurostat und bestätigte damit zuvor veröffentliche Schätzungen. Es war das schwächste Quartalsplus 2004. In der gesamten EU betrug das Plus 0,3 %. Für das vergangene Jahr gehen die Statistiker davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Eurozone um 2,1 % gegenüber 2003 gestiegen ist, in der EU um 2,3 %.

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