Protokoll der Offenmarkt-Ausschuss-Sitzung
Fed bekräftigt Politik maßvoller Zinssteigerungen

Die US-Notenbank Fed ist bei ihren jüngsten geldpolitischen Beratungen davon ausgegangen, dass das Wirtschaftswachstum robust und die Inflation unter Kontrolle bleibt. Die Fed hatte bei dem Treffen Anfang Mai die Zinsen wie erwartet zum achten Mal in Folge um wiederum 25 Basispunkte auf nunmehr 3,00 %erhöht.

HB WASHINGTON. Zwar äußerten sich die Notenbanker in dem Protokoll der Sitzung vom 3. Mai besorgt über die Wirkung der hohen Ölpreise auf Wachstum und Inflation, doch blieb die Risikobeurteilung für beide Zielgrößen der Fed-Politik unverändert. Wie zuletzt fügte das Gremium hinzu, dass die Bestätigung der Risikobeurteilung an eine angemessene Geldpolitik gebunden sei. Hinweise auf eine auch nur vorläufige Abkehr von der Politik maßvoll steigender Zinsen enthielt das Protokoll nicht, die US-Märkte reagierten entsprechend gelassen.

Im Zentrum der Betrachtungen des FOMC standen die Energiepreise. Den Anstieg der Ölpreise stuften die Notenbanker bei ihrer jüngsten Sitzung nicht mehr allein als Inflationsrisiko ein, sondern auch als Gefahr für das Wirtschaftswachstum. So könnten sowohl das nur schwache Beschäftigungswachstum im März als auch das etwas vorsichtigere Konsumverhalten Folge der gestiegenen Energiepreise gewesen sein, argumentierten die Notenbanker. Die sehr hohen Preise, verbunden mit den hohen Notierungen an den Terminmärkten und den daraus erwachsenden Befürchtungen hinsichtlich der weiteren Preisentwicklung könnten viele Unternehmen von Kapazitätserweiterungen und Einstellungen abgehalten haben.

Trotz dieser Warnung offenbarte der Offenmarkt-Ausschuss der Fed aber eine insgesamt optimistische Konjunktur-Sicht. Zwar seien die Abwärtsrisiken für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum stärker in den Vordergrund getreten, doch seien die meisten Ausschuss-Mitglieder davon ausgegangen, dass die langsamer steigende Wirtschaftsaktivität vorübergehend sein dürfte. Zudem seien die Energiepreise zuletzt wieder gesunken, die Lohnentwicklung lasse keinen Druck am Arbeitsmarkt erkennen und die Kerninflation sei unter Kontrolle.

Mit Blick auf die Inflationsentwicklung verwies das FOMC auf den leicht gestiegenen Spielraum der Unternehmen, höhere Energiepreise an ihre Kunden weiterzugeben. Das habe bereits zu einem Anstieg der Kernteuerung geführt. Allerdings sollten derartige Entwicklunge nicht von Dauer sein, solange die langfristigen Inflationserwartungen stabil niedrig blieben.

Die Reaktion der US-Finanzmärkte auf die Minutes fiel gedämpft aus. Die Rendite zehnjähriger Treasurys blieb ebenso unverändert wie die Kurse von Aktien und Dollar. Ein Analyst sagte, in vielen Punkten seien die Minutes bereits "positiv überholt" gewesen. Nach dem 3. Mai seien für April starke US-Arbeitsmarkt- und Einzelhandelszahlen veröffentlicht worden, und der Kern-Verbraucherpreisindex sei unverändert geblieben.

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