Protokoll der Sitzung
US-Notenbank ist verunsichert über die Inflationsentwicklung

Der Offenmarktausschuss FOMC der US-Notenbank sieht einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung in den USA, ist sich jedoch über die Inflationsentwicklung weniger sicher.

HB FRANKFURT. Dies geht aus dem Protokoll der Sitzung vom 29./30. Juni hervor, welches am Donnerstag veröffentlicht wurde. Zudem wurde deutlich, dass die FOMC-Mitglieder zum Großteil wenig besorgt waren über den langsameren Aufschwung am Arbeitsmarkt, der sich damals anhand der Daten abzeichnete.

Am 30. Juni hatte das Gremium angesichts der robusten US-Konjunktur und der beschleunigten Geldentwertung seine erste Zinserhöhung seit vier Jahren beschlossen. Die Zinswende wurde mit einer Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 1,25% eingeleitet. Das FOMC beriet über Prognosen des Notenbankstabes zum Arbeitsmarkt, wonach die Expansion bis 2005 ein "solides Tempo" haben würde und "weitere Stellenzuwächse im großen Ausmaß" zu verzeichnen sein dürften. Für dieses Szenario wurde lediglich eine Bedingung genannt: Der "günstige Ausblick" basiere darauf, dass große Terroranschläge ausblieben.

Die zum Zeitpunkt der Beratungen jüngsten Entwicklungen - wie die anhaltenden Zuwächse bei Produktion und Beschäftigung - rechtfertigten nach Ansicht der FOMC-Mitglieder einen ersten Zinsschritt. Aggressivere Zinserhöhungen hingen von der Entwicklung der Kapazitätsauslastung sowie der Geldentwertung ab. Es sei denkbar, dass ein "aggressiveres Tempo" angeschlagen werden müsse, um ein neutrales Zinsniveau zu erreichen, argumentierten Mitglieder. Beobachter sehen einen Zinsschritt von mehr als einem viertel Prozentpunkt als "aggressiv" an.

Derzeit erscheine die Teuerungsentwicklung nicht alarmierend, erklärten die Geldpolitiker. Einige Daten hätten eine höhere Inflation ausgewiesen, doch dies sei hauptsächlich ein Resultat von steigenden Energie- und Importpreisen gewesen. Es nicht wahrscheinlich, dass sich dieser Trend fortsetzen werde, hieß es in der Sitzung.

Die FOMC-Aussagen sind nach Ansicht von Beobachtern durch mittlerweile vorliegende neue Daten zum Arbeitsmarkt teilweise überholt. Dennoch sei es interessant zu sehen, wie die Federal Reserve über die Inflation denkt und dass mögliche Terroranschläge explizit erwähnt wurden, hieß es. Inzwischen hat die US-Notenbank trotz neuerlich schwacher Arbeitsmarktdaten die Leitzinsen am Dienstag dieser Woche ein zweites Mal um 25 Basispunkte auf 1,50% erhöht.

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