Putins Plan
Russland will die Wirtschaftsleistung ausbauen

Russland kann es nach Einschätzung von Ministerpräsident Wladimir Putin bis 2020 in den Kreis der fünf größten Volkswirtschaften der Welt schaffen. Über seine eigene politische Zukunft schweigt er.
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Moskau„Wenn man sich die Wirtschaftsleistung ansieht, sollte Russland in diese Gruppe kommen“, sagte Putin am Mittwoch in seinem letzten jährlichen Bericht an das Parlament vor der Präsidentenwahl im März 2012. Gleichzeitig warnte er, dass die nationale Souveränität bedroht sei, falls sein Land nicht die extreme Abhängigkeit von der Entwicklung an den Rohstoffmärkte verringere. Russland profitiere von den gegenwärtig hohen Energiepreisen, dürfe sich aber nicht darauf ausruhen. 

Ein Rückgang der Ölpreise würde sich deutlich auf die Wirtschaftsleistung insgesamt auswirken, falls sich Russland ökonomisch nicht breiter aufstelle, ergänzte Putin. Der Ölboom unterstreiche letztendlich nur, dass das Land schnell ein neues Wirtschaftsentwicklungsmodel finden müsse. „Um es offen zu sagen: Wenn man in der modernen Welt schwach ist, wird es immer jemanden geben, der reinkommt und einem sagt, welchen Weg man gehen muss, welche Politik man machen soll und welchen Pfad man wählen soll.“ 

Bis 2020 werde das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner bei 35.000 Dollar liegen, sagte Putin. Das wäre fast dreimal so hoch wie für dieses Jahr vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erwartet. Im ersten Quartal sei die Wirtschaftsleistung um 4,4 Prozent gestiegen und damit schneller als 2010, sagte der Regierungschef. Die Inflation werde 7,5 Prozent nicht überspringen. 2010 war Russland nach IWF-Daten zehntgrößte Volkswirtschaft. 

Für das laufende Jahr rechnet die Regierung mit einem Wachstum von 4,2 Prozent. Vor allem der rapide Ölpreis-Anstieg - in diesem Jahr schoss er bereits um 28 Prozent in die Höhe - verhilft Russland zu solchen Daten. 

Zu seiner politischen Zukunft äußerte sich Putin in der mehrstündigen Rede vor der Duma zunächst nicht. In den vergangenen Tagen waren Spekulationen hochgekocht, dass sich der 58-Jährige im kommenden Jahr erneut um die Präsidentschaft bewerben könnte. Er hatte das Amt bereits von 2000 bis 2008 inne, bevor der von ihm auserkorene Nachfolger Dmitri Medwedew den Posten übernahm. Putin gilt dennoch nach wie vor als der starke Mann Russlands.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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