Qualitätsoffensive
EZB diskutiert über Verbriefungen

Die EZB und die Bank of England stoßen eine Diskussion über Kredit-Verbriefungen an. Während der Finanzkrise waren die Papiere in Verruf geraten. Nun sollen sie einfacher und transparenter werden.
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BerlinDie EZB und die Bank of England sammeln Vorschläge zur Wiederbelebung des in der Finanzkrise in Verruf geratenen Marktes für Kredit-Verbriefungen. Es gehe darum, solche Papiere „einfacher, von ihrer Struktur her robuster und auch transparenter“ zu machen, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Diskussionspapier der beiden Zentralbanken. Aus ihrer Sicht muss es eine Qualitätsoffensive geben, mit der Risiken und Rendite-Aussichten solcher Papiere durchgängig besser abzuschätzen seien. Die beiden Notenbanken sehen das Papier als Diskussionsgrundlage. „Die Bank of England und die Europäische Zentralbank würden daher Kommentare von interessierter Seite zu diesem Arbeitspapier begrüßen“, heißt es in dem Dokument weiter.

Die EZB versucht schon seit geraumer Zeit, Verbriefungen und dabei vor allem sogenannte ABS-Papiere (Asset Backed Securities oder forderungsbesicherte Wertpapiere) wieder salonfähig zu machen. Die EZB und die Bank von England ziehen dabei an einem Strang und haben bereits beim Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) gemeinsam für eine neue Sicht auf ABS-Papiere und andere Verbriefungen geworben.

Laut EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny könnten durch eine Stärkung des ABS-Marktes in Europa kleine und mittelgroße Betriebe besser mit Krediten versorgt werden. Weil diese dann mehr investierten, könne sich dadurch letztlich auch ein positiver geldpolitischer Effekt einstellen. Auch EZB-Direktor Yves Mersch plädierte jüngst dafür, ABS aus der Schmuddelecke zu holen. Auch wenn es Probleme mit schlechten Verbriefungen in den USA gegeben habe, dürften derartige Finanzprodukte in Europa nicht verteufelt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • das nenne ich Scheiße im Goldpapier verkaufen, gell?

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