Rasant steigende Nahrungsmittel- und Energiepreise
Großhandel mit stärkster Teuerung seit 1982

Der Großhandel hat seine Preise im Mai so stark angehoben wie seit über 26 Jahren nicht mehr. Wesentlicher Grund dafür ist der dramatische Anstieg der Preise für Energie und Brennstoffe.

HB BERLIN. Die Preise stiegen um durchschnittlich 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Rasant steigende Nahrungsmittel- und Energiepreise sorgten für die höchste Teuerungsrate seit Februar 1982 (8,5 Prozent).

Auf die Verbraucher kommen nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes HDE aber keine Preissteigerungen in ähnlicher Größenordnung zu. "Der Großhandel gibt zwar die Tendenz vor, aber der Preisanstieg im Einzelhandel ist nie annähernd so hoch ausfallen", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr.

Die Einzelhandelspreise dürften in diesem Jahr um durchschnittlich etwa zwei Prozent anziehen. Zwar würden viele Lebensmittel deutlich teurer. Dafür seien etwa Unterhaltungselektronik und langlebige Konsumgüter extrem preisstabil und eine wirksame Inflationsbremse, sagte Pellengahr. Der scharfe Wettbewerb verhindere zudem, dass die höheren Kosten eins zu eins auf die Verbraucher abgewälzt würden. "Außerdem beziehen viele Händler ihre Waren nicht vom Großhandel, sondern direkt von den Herstellern", sagte Pellengahr.

Getreide, Saaten und Futtermittel kosteten 33,3 Prozent mehr. Die weltweit steigende Nachfrage, Ernteausfälle und die zunehmende Nutzung von Agrarprodukten für die Herstellung von Biosprit gelten als Grund für die Preisexplosion. Milch, Milchprodukte, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren 16,4 Prozent teurer. Für feste Brennstoffe und Mineralölprodukte wurde gut ein Fünftel mehr verlangt. Bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze erhöhten sich die Preise um knapp zwölf Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat April stiegen die Großhandelspreise um 1,4 Prozent. Analysten hatten ein Plus von 0,7 Prozent erwartet.

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