RBS/BME-Einkaufsmanager-Index mit guten Werten
Deutsche Industrie kommt mit Produktion kaum nach

Dank des starken Exports ist die deutsche Industrie im September gewachsen. Auch in der restlichen Euro-Zone liefen die Geschäfte gut - sogar noch besser als in Deutschland.

HB BERLIN. Zum ersten Mal seit sechs Monaten überwand der RBS/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für Deutschland die entscheidende 50-Punkte-Schwelle und kletterte von 48,7 auf 51,0 Zähler, wie am Montag das britische Forschungsinstitut NTC mitteilte, das den Index ermittelt. Vor allem die vielen Bestellungen aus dem Ausland veranlassten die Betriebe, ihre Produktion hoch zu fahren. Die befragten Firmen registrierten jedoch auch bei den heimischen Bestellungen eine leichte Belebung und entließen kaum noch Mitarbeiter.

„Es gibt gute Anzeichen, dass die Dynamik zunächst weiter anzieht“, zeigte sich NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson optimistisch. Die schwierige Regierungsbildung habe sich bislang noch nicht auf die Lage der Firmen ausgewirkt. Eine längere Hängepartie könne jedoch Investitionen verschieben und die Verbraucherstimmung belasten, warnte er.

Der Index für die Euro-Zone verbesserte sich von 50,4 auf 51,7 Punkte. Volkswirte hatten einen deutlich geringeren Anstieg der Indizes erwartet. Howard Archer von Global Insight zeigte sich erleichtert: „Die Unterstützung der Industrie durch den schwachen Euro und die relativ gesunde Weltwirtschaft gleichen derzeit den Bremseffekt der hohen Ölpreise mehr als aus.“ Ökonom Jürgen Michels von der Citigroup sah im Anstieg der heimischen Nachfrage einen Hinweis darauf, dass die niedrigen Zinsen langsam ihre Wirkung entfalten: „Die Investitionen kommen in Bewegung.“ Am Rentenmarkt sorgte der EMI-Anstieg für fallende Kurse und steigende Zinsen, da die Industrie-Erholung nach Einschätzung der Anleger eine EZB-Zinserhöhung Mitte 2006 immer wahrscheinlicher macht.

Deutsche Firmen erhielten nach einem Rückschlag im August wieder deutlich mehr Aufträge, wie der Anstieg dieses Barometers von 49,7 auf 52,0 Punkte signalisierte. Auch dank des schwächeren Euro nahmen die Bestellungen deutlich zu - vor allem aus den USA, Asien und Großbritannien: Der Exportauftrags-Index gewann gut 2 auf 54,9 Zähler.

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