RBS/BME-Index: Deutscher Industrieaufschwung gewinnt an Breite

RBS/BME-Index
Deutscher Industrieaufschwung gewinnt an Breite

Der Industrieaufschwung in Deutschland hat zum Jahresbeginn weiter an Breite gewonnen und das Wachstum der Wirtschaft in der Euro-Zone stabilisiert. Der RBS/BME-Einkaufsmanagerindex für Deutschland stieg im Januar auf 55,0 von 53,6 Punkten im Vormonat.

HB LONDON. Wie das britische Forschungsinstitut NTC am Mittwoch mitteilte, steht der wichtigste Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem höchsten Stand seit fast eineinhalb Jahren. Getragen wurde die Verbesserung von einem stärker gestiegenen Auftragseingang, vor allem aus Asien und den USA. Allein die Binnennachfrage nach Konsumgütern hängt wegen der schwachen Einzelhandelskonjunktur noch durch. Die hiesige Industrie wuchs stärker als in Italien, Spanien und Frankreich. Dank Deutschland sank der Gesamtindex für die Euro-Zone nur minimal um 0,1 Punkte auf 53,5 Zähler.

Angetrieben wurde das Industriewachstum in Deutschland von der noch einmal dynamischeren Auslandsnachfrage vor allem nach Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen. Aber auch Vorleistungs- und Konsumgüter wurden mehr aus dem Ausland bestellt. Mit 59,0 Punkten erreichte der Indikator Exportorders auf dem höchsten Stand seit dem Boomjahr 2000. Lediglich die Konsumgüterbestellungen aus dem Inland gingen zurück. NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson warnte jedoch: „Der Januar ist sehr schwankungsanfällig, man sollte in den Rückgang bei den inländischen Konsumgüterbestellungen nicht zu viel hineinlesen.“

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem Anstieg des Index für Deutschland auf 54,5 Punkte gerechnet. Den Index für die Euro-Zone hatten sie bei 54,1 Zählern erwartet. Werte über 50 deuten auf ein Wachstum im Industriesektor hin. Die rund 500 befragten deutschen Firmen stellten per saldo den vierten Monat in Folge Personal ein. Zwar war die Dynamik mit 51,1 Punkten nicht sehr ausgeprägt, aber immerhin erreichte der Indikator den höchsten Wert seit über viereinhalb Jahren.

Williamson sagte, man könne nicht mehr allein von einem exportgetriebenen Aufschwung sprechen. Aus der Binnenwirtschaft kämen ebenfalls positive Impulse, wie der Anstieg des Indikators für die Beschäftigung zeige. Dennoch standen die Unternehmen erneut am Rande ihrer Kapazitäten, der Auftragsbestand nahm zum fünften Mal in Folge zu, die Lager wurden weiter abgebaut. Probleme gab es erneut bei den Kosten, vor allem für Energie und Öl. Zugleich erhöhten die Firmen aber auch die Verkaufspreise leicht zum zweiten Mal in den vergangenen zehn Monate. Dies weist darauf hin, dass die Firmen allmählich wieder Preiserhöhungen durchsetzen können; noch standen die Margen aber unter Druck.

Das Wachstum in der Euro-Zone verlor dank der Dynamik in Deutschland nur wenig an Schwung. Die 3000 befragten Firmen weiteten ihr Neugeschäft aus, wenn auch langsamer als zuletzt. Der Produktionsindex stieg um 0,1 auf 55,9 Punkte, wobei alle acht befragten Länder die Anlagen hochfuhren.

Allerdings war nach NTC-Angaben der Unterschied zwischen den vier großen Ländern in der Euro-Zone seit eineinhalb Jahren nicht mehr so groß. „Ein beschleunigtes Wachstum mit einem lebhaften 18-Monats-Hoch in Deutschland steht im Gegensatz zu einer ausgeprägten Verlangsamung in Frankreich, wo die Wachstumsrate auf ein 7-Monats-Tief fiel.“ In Frankreich sank der Index auf 50,7 von 52,2 Punkten, in Italien auf 53,5 von 54,1 Punkten und in Spanien auf 52,6 von 53,0 Zählern.

Die Beschäftigung sank in der Euro-Zone insgesamt wieder, der Index rutschte unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Arbeitsplatzabbau in Frankreich war der stärkste seit September 2003. Die Kosten für die Industrie stiegen so stark wie seit rund einem Jahr nicht mehr - vor allem wegen teurer Energie und Rohstoffen wie Metallen. Die Firmen konnten im Schnitt immerhin einen kleinen Teil der gestiegenen Kosten an ihre Kunden weiterreichen.

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