RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex
Deutsche Dienstleister leiden unter Finanzkrise

Die Finanzmarktkrise hat den deutschen Dienstleistern im Spätsommer einen kräftigen Dämpfer verpasst. Der NTC-Einkaufsmanagerindex (EMI) sank im September stärker als erwartet um 6,7 Punkte auf 53,1 Punkte. Tiefer war das Konjunktur-Barometer zuletzt im Juni 2005 gefallen.

HB LONDON. Nachdem die Geschäfte der Branche noch im August so gut wie selten zuvor gelaufen waren, fiel der Rückgang nun um so heftiger aus: Nie zuvor seit Beginn der Umfrage des britischen Forschungsinstituts NTC vor über zehn Jahren war eine monatliche Abkühlung derart drastisch. Besonders hart traf es Firmen, die Finanzdienstleistungen vermitteln. Auch Post und Telekommunikation spürten Gegenwind.

Die Branche blickt nun trotz des noch immer robusten Aufschwungs so skeptisch in die Zukunft wie zuletzt vor knapp drei Jahren. „Die niedrigen Auftragspolster, vor allem aber die globalen Finanzmarktturbulenzen waren dafür verantwortlich, dass sich die Geschäftsaussichten im deutschen Dienstleistungssektor im September weiter eintrübten“, resümiert NTC.

Die Geschäfte liefen insgesamt nicht annähernd so gut wie im August, der der Branche das stärkste Wachstum seit dem Fußball-WM-Monat Juni 2006 beschert hatte. Die nachlassende Dynamik zeigte sich besonders bei den Neuaufträgen, die im September so schwach zulegten wie zuletzt vor 22 Monaten.

Dennoch stellten die Firmen unter dem Strich mehr Personal ein als im bisherigen Jahresdurchschnitt. Grund dafür sei die konsequente Umsetzung von Expansionsplänen. „Wegen des anhaltend kräftigen Jobaufbaus, aber auch aufgrund der niedrigeren Auftragszuwächse sanken die unerledigten Aufträge im September zum ersten Mal seit Februar wieder“, hieß es.

Höhere Kapitalmarktzinsen und Kraftstoffpreise sowie gestiegene Löhne und Gehälter sorgten zudem dafür, dass die durchschnittlichen Kosten erneut kräftig zulegten. „Insgesamt fiel der Preisauftrieb jedoch schwächer aus als in den beiden Vormonaten“, schreiben die britischen Konjunkturforscher. Die Servicefirmen hätten darauf mit moderat höheren Angebotspreisen reagiert.

Weitere aktuelle Berichte von den internationalen Börsen finden Sie hier



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%