Reaktionen auf Einigung
Maschinenbauer klagen über Metallabschluss

Der Pilotabschluss in der bayerischen Metallindustrie sorgt für Kritik. Die Maschinenbauer bedauern, dass es keine Flexibilität bei den Löhnen gibt. Die Belastungen für einige Betriebe seien schwer zu schultern.
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Frankfurt/MünchenDer Pilot-Tarifabschluss für die Metall- und Elektroindustrie findet keine einhellige Zustimmung. So kritisierte der Maschinbau-Verband VDMA am Mittwoch in Frankfurt das Fehlen flexibler Lohnanpassungen. Die aktuelle und prognostizierte Lage sei für die Maschinenbau-Unternehmen sehr unterschiedlich, so dass der Abschluss für einige Betriebe keineswegs einfach zu schultern sei. „Umso wichtiger wären in diesem Zusammenhang weitergehende tarifvertragliche Regelungen gewesen, die eine flexiblere Lohnanpassung zugelassen hätten“, heißt es in einer Erklärung des Verbandes.

In dem in München abgeschlossenen Tarifvertrag mit einer Steigerung von 3,4 Prozent und anschließend 2,2 Prozent über 20 Monate sind zwei starre Erhöhungsstufen vereinbart worden. VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse begrüßte aber die erhöhte Planungssicherheit bis Ende 2014.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt bezeichnete die Tarifeinigung wegen der vereinbarten Nullmonate und der vergleichsweise langen Laufzeit als vertretbar. „Angesichts der unterschiedlichen wirtschaftlichen Lage in der Branche stellt er allerdings für viele Unternehmen eine enorme Belastung dar“, teilte Hundt mit.
Die Löhne und Gehälter in der Metallindustrie in Bayern sollen in zwei Schritten steigen: Zum 1. Juli um 3,4 Prozent, zum 1. Mai 2014 dann noch einmal um 2,2 Prozent. Für Mai und Juni gibt es keine Erhöhung, der Vertrag läuft insgesamt 20 Monate. Von Streik ist keine Rede mehr, angesichts der überraschend langen Laufzeit des Vertrags wird ein Arbeitskampf in der Schlüsselbranche vor 2015 auch kein Thema mehr sein. Gewerkschaft und Arbeitgeber demonstrieren Harmonie.

Der Abschluss in Bayern soll auch von den übrigen Tarifbezirken übernommen werden. Es ist damit der erste Pilotabschluss, der seit 1995 in Bayern verhandelt wurde. Bereits am Mittwochmittag (1200) wird die Tarifkommission der Gewerkschaft in München über das Ergebnis beraten, der Bundesvorstand der IG Metall hat dem Kompromiss bereits in der Nacht zugestimmt und den übrigen Bezirken zur Übernahme empfohlen, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber.

Er lobte zugleich den Kompromiss. Die Beschäftigten würden fair und angemessen an der wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt. Vor allem hätten die Warnstreiks der vergangenen Tage den Druck erzeugt, der für die rasche Einigung nötig gewesen sei. „Die Mitglieder, IG-Vertrauensleute und Betriebsräte haben diesen Erfolg möglich gemacht“, sagte Huber. Ursprünglich hatte die IG Metall 5,5 Prozent mehr Geld gefordert - bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

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