Rechnungshofbericht
DIW-Affäre löst Rücktrittswelle aus

Rücktrittswelle beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Nach der Kuratoriumsspitze verlassen auch der Kuratoriumsvize Weber und der Chef des DIW-Conrollings, Pompe, das Wirtschaftsforschungsinstitut.
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DÜSSELDORF. Die Affäre um die Finanzen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zieht Kreise. Nachdem Ende letzter Woche bereits der Vorsitzende des DIW-Kuratoriums, Holger Hatje, zurückgetreten war, folgte ihm am Wochenende nach Informationen des Handelsblatts aus Institutskreisen sein Vize, Tobias Weber. Beide gaben identische Erklärungen ab. Darin heißt es, dass ihr Rückzug nichts mit den Vorwürfen des Rechnungshofs gegen das DIW zu tun habe.

Weber ist Chef des Fußmatten-Dienstleisters City Clean und hatte das Amt im Kuratorium keine vier Wochen inne. Der Chef der Berliner Volksbank, Hatje, war knapp ein Jahr Vorsitzender.

Der Landesrechnungshof wirft dem DIW die Fehlverwendung öffentlicher Gelder im Zusammenhang mit dem rechtlich selbstständigen Washingtoner Institut DIW DC vor. Im DIW-Umfeld hieß es, im ungünstigsten Fall müssten Millionenbeträge zurückgezahlt werden. Am Wochenende kündigte der Chef des DIW-Controllings, Rolf Pompe.

Der Berliner Wissenschaftssenat schweigt zum Rechnungshofbericht ebenso wie zur Frage, ob der zum Jahresende auslaufende Vertrag von DIW-Chef Klaus Zimmermann verlängert worden sei. Ein Sprecher sagte dem „Tagesspiegel“, „wenn es problematische Dinge gegeben haben sollte, werden wir natürlich nichts unter den Tisch fallen lassen“. Zimmermann kündigte am Freitag an, er werde bis zum 4. Januar gegenüber dem Berliner Wissenschaftssenat Stellung nehmen. Auch die DIW-Mitarbeiter erfuhren auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung keine Details.

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