Rede in Tokio
Greenspan warnt vor Folgen des hohen Ölpreises

Die hohen Energiepreise werden die Weltwirtschaft nach den Worten von US-Notenbankchef Alan Greenspan belasten, allerdings weniger als noch in den 70er Jahren.

HB TOKIO. "Obwohl die weltweite wirtschaftliche Expansion in den Sommermonaten auf einem recht stabilen Weg zu sein schien, wird der jüngste Anstieg der Energiepreise von nun an zweifellos eine Hürde darstellen", sagte Greenspan am Dienstag in Tokio.

Der Einfluss der hohen Ölpreise auf weltweites Wachstum und Inflation sei aber "deutlicher geringer" als in den siebziger Jahren. Die Ölpreise liegen nach den Worten Greenspans unter ihrem inflationsbereinigten Höchststand von Februar 1981. Zudem sei die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend effizienter im Energieverbrauch geworden.

Der Fed-Chef sagte weiter, es sei mit keinem umfangreichen Ausbau der Ölförderung zu rechnen. Zudem warnte er vor einer Verknappung der Raffinationskapazitäten. „Neben befürchteten Engpässen bei den Rohölkapazitäten ist auch der Bestand an weltweiten Raffinationskapazitäten Besorgnis erregend geworden.“ Während des vergangenen Jahrzehnts seien die Förderkapazitäten schneller gestiegen als die Kapazitäten in der Raffination.

Die Preise für US-Rohöl waren nach dem Hurrikan „Katrina“ Ende August auf ein Hoch von 70,85 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) geklettert. Seitdem haben sie etwas nachgegeben auf 64,36 Dollar am Montag.

Keine Aussage machte Greenspan über das Verhalten der US-Notenbank angesichts der hohe Energiepreise. Zahlreiche Analysten rechnen allerdings damit, dass die Notenbank die Zinsen erneut anheben wird, um den Anstieg der Inflation abzufedern.

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