Rede zu Inflationsgefahr
US-Notenbanker schürt Zinsängste

Wegen anhaltender Inflationsrisiken hält ein hochrangiger US-Notenbanker weitere Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten für möglich. An den US-Börsen lösten die Äußerungen neue Zinsängste aus und sorgten damit für sinkende Kurse.

HB BLOOMINGTON. „Die Gefahr, dass die Inflation zu hoch bleibt, ist größer als die Gefahr, dass das Wachstum zu gering ist“, sagte der Chef der Zentralbank von Chicago, Michael Moskow, am Dienstag in einer Rede vor einer regionalen Handelskammer in Bloomington im Bundesstaat Illinois.

Eine weitere Festigung der Zinspolitik der größten Volkswirtschaft der Welt könne nötig sein, um die Inflation innerhalb angemessener Zeit aus der Gefahrenzone zu bringen, sagte Moskow. Im kommenden Jahr wird er stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Fed) sein, der über deren Zinsschritte entscheidet. Im August hatte das Gremium erstmals nach 17 aufeinander folgenden Erhöhungen auf eine Anhebung des Schlüsselsatzes verzichtet und diesen unverändert bei 5,25 Prozent belassen.

Moskow bezeichnete diese Pause als konstruktiv. Er rief seine Fed-Kollegen aber auf, die Entwicklung von Wirtschaft und Inflation nicht zu lange abzuwarten. „Wenn die Inflation beharrlich hoch bleibt, während wir auf die Wirkung früherer Entscheidungen warten, könnten die Inflationserwartungen steigen - und das wäre sehr kostspielig“, sagte er.

Höhere Energiepreise, eine Abschwächung der Immobilienkonjunktur und andere Faktoren könnten das Wirtschaftswachstum zwar kurzfristig etwas bremsen. Er sehe darin jedoch keinen Anlass zur Sorge, sagte Moskow.

Bei ihrer Zinsentscheidungen im August hatte die Fed angekündigt, weitere Zinserhöhungen von der Entwicklung von Wirtschaft und Inflation abhängig zu machen. Die Finanzmärkte hatten eine Erhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung im September jedoch für eher unwahrscheinlich gehalten und sahen sich darin auch durch verschiedene in der vergangenen Woche veröffentlichte Konjunkturdaten bestätigt.

An den internationalen Aktienmärkten geht schon seit Monaten die Sorge um, dass die Fed mit weiteren Zinserhöhungen das Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt abwürgen könnte. Eine Verteuerung der Kredite hält Firmen von Investitionen ab und schmälert ihre Gewinne. Auch die Kauflust der Verbraucher nimmt ab, wenn sich Kredite verteuern.

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