Regionalausblick für Europa
IWF rät EZB zu weiteren Zinssenkungen

In die europäische Debatte über konjunkturstützende Maßnahmen hat sich der Internationale Währungsfonds eingeschaltet. Der IWF rief die EU-Staaten auf, in ihren Rettungsbemühungen für die Finanzwirtschaft nicht nachzulassen. Die Europäer sollten sich vielmehr stärker auf wachstumsfördernde Schritte konzentrieren.

HB WASHINGTON/BERLIN. Angesichts schwindender Inflationsgefahren sieht der Fonds zunehmend Raum für weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Konsolidierungsziele des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts sollten dennoch nicht aufgegeben, wohl aber seine Möglichkeiten zur Flexibilität genutzt werden, hieß es am Dienstag im jüngsten Regionalausblick des IWF für Europa.

Mit Blick auf wirtschaftlich aufstrebende europäische Länder bekundete der IWF die Bereitschaft, in Sachen Krisenfolgen zu helfen. In seiner Regionalprognose blieb der Fonds weithin bei den Werten aus seinem Welt-Wirtschaftsausblick von Anfang Oktober. Auch wenn die Berechnungen der Wachstumszahlen noch vor der jüngsten Zuspitzung der Finanzkrise Anfang des Monates abgeschlossen worden waren, so blieben sie doch im "Großen und Ganzen" gültig, erklärte der Fonds.

Eine Reihe von Risiken hätten sich seit Abschluss der Studie allerdings bereits niedergeschlagen. So seien einige aufstrebende Länder Europas doch härter von der Finanzkrise betroffen als ursprünglich erwartet. Deshalb werde diese Gruppe die für 2009 vorausgesagte Wachstumsrate von insgesamt 4,3 Prozent wohl nicht erreichen, aktualisierte der IWF ein Detail des Europa-Berichts

Ausdrücklich lobte der IWF die abgestimmten Rettungsbemühungen für die Finanzwirtschaft. Diese dürften Europa vor schlimmeren Auswirkungen der Finanzkrise bewahren. Die Krise habe zwar das Wachstum scharf gebremst und werde die großen Industrieländer Europas 2009 an den Rand der Stagnation bringen, die koordinierten Rettungspläne in den großen EU-Ländern sollten aber sicherstellen, dass Europa vor dem Schlimmsten bewahrt wird. Der Fonds rief die Europäer auf, den Weg eines koordinierten Vorgehens mutig weiter zu gehen, um die Krise möglichst schnell zu bewältigen.

Für den Euro-Raum bleiben die IWF-Experten bei der vor kurzem erst korrigierten Einschätzung, dass er 2008 um 1,3 Prozent wächst und 2009 dann nur noch um 0,2 Prozent. Für Deutschland lautet die Vorhersage weiter plus 1,8 Prozent in diesem Jahr und Stagnation im nächsten Jahr. Europa insgesamt sollte um 1,7 Prozent zulegen und 2009 um 0,6 Prozent.

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