Reisen und Lebensmittel vergleichsweise günstig
Preise steigen offenbar weniger als erwartet

Billigere Nahrungsmittel und Reisen haben die Inflation in Deutschland im April voraussichtlich niedriger ausfallen lassen als erwartet.

HB BERLIN. Während die Verbraucherpreise in Hessen zum März um 0,2 Prozent sanken, blieben die Verbraucherpreise in Brandenburg und Sachsen nach Angaben der Statistischen Landesämter vom Freitag konstant. Zum Vorjahresmonat stiegen die Preise damit zwischen 1,0 Prozent in Hessen und 2,0 Prozent in Brandenburg. Teurer als im Vormonat waren vor allem Kraftstoffe und Haushaltsenergie.

Stephan Rieke von der BHF-Bank sagte, nach den Daten aus den Bundesländern sei für Deutschland mit 0,1 Prozent niedrigeren Preisen als im März zu rechnen. Damit würde die Jahresinflation bei 1,4 Prozent liegen. Im März waren die Preise um 0,3 Prozent zum Vormonat und um 1,8 Prozent zum Vorjahr gestiegen.

Weitere Länderpreis-Daten werden am Montag und Dienstag veröffentlicht. Das Statistische Bundesamt meldet die vorläufige Teuerung für Deutschland voraussichtlich am Dienstag auf Basis von sechs Ländern. Von Reuters im Vorfeld befragte Experten hatten im Schnitt mit 0,2 Prozent höheren Preisen als im März und einer Jahresrate von 1,7 Prozent gerechnet.

„Der Rückgang bei den Nahrungsmitteln im April war wohl etwas stärker, was wegen des Wetters nicht verwunderlich ist“, sagte Matthias Rubisch von der Commerzbank. Im März waren vor allem die Preise für frisches Gemüse wegen der Kältewelle in Europa nach oben geschnellt. Außerdem sanken im April die Preise im Bereich Unterhaltung, Kultur und Freizeit deutlich. Im Monatsvergleich wurden etwa Pauschalreisen in Sachsen um zehn Prozent günstiger. „Das hängt mit dem ungewöhnlich frühen Ostertermin zusammen,“ sagte Karsten Junius von der DekaBank. Der Preisdruck sei aber auch insgesamt niedrig.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) wird sich trotz der niedrigen Inflation im größten Land der Euro-Zone kaum ändern. „Selbst wenn die Inflationsrate etwas günstiger ausfällt, wird die EZB die Zinsen nicht senken, das steht außer Frage,“ sagte Rieke. Die DekaBank bekräftigte, sie rechne erst im Dezember mit einer Zinserhöhung der Zentralbank.

Starke Preistreiber zum Vorjahr blieben die Energiekosten. Kraftstoffe verteuerten sich zwischen 5,5 Prozent (Sachsen) und 7,7 Prozent (Brandenburg). Heizöl kostete in Sachsen 38,3 Prozent mehr als im April 2004. In Hessen stiegen die Kosten für Haushaltsenergie um elf Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%