Rekord bei Ausbildungsverträgen
Noch 236 000 ohne Lehrstelle

Der Lehrstellenmarkt ist kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres stark angespannt. Obwohl so viele Ausbildungsverträge wie noch nie abgeschlossen wurden, suchen noch immer 236 000 Jugendliche eine Leerstelle. Die Bundesagentur für Arbeit ist jedoch opitistisch, diese Zahl auf unter 30 000 drücken zu können.

HB BERLIN. Wie der Sprecher des Bundesagentur für Arbeit (BA), John-Philip Hammersen, am Sonntag in Nürnberg sagte, gibt es derzeit bundesweit noch 236 000 Jugendliche, die weder eine Beschäftigung bekommen noch eine Alternative in Aussicht hätten. Sie kämen nun in die Nachvermittlung. Seine Behörde gehe davon aus, dass die Lehrstellenlücke anschließend geringer ausfallen werde als im Vorjahr. Mit etwas Glück werde die Marke von 30 000 unvermittelten jungen Leuten unterschritten. Der BA-Sprecher verwies darauf, dass es in diesem Jahr deutlich mehr Bewerber als im Vorjahr gebe. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und das deutsche Handwerk rechnen wegen der guten Konjunktur mit einem neuen Ausbildungsrekord.

DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun sagte der „Wirtschaftswoche“, die Entwicklung bei den Ausbildungsverträgen sei so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr. „Wir werden in diesem Jahr mit insgesamt über 600 000 abgeschlossenen Verträgen einen neuen Rekord erzielen.“ Inzwischen rechneten die Kammern damit, dass es Ende Dezember so viele Ausbildungsplätze wie Bewerber geben werde, sagte Braun. Er sei zuversichtlich, dass die Lehrstellenlücke am Jahresende nahezu geschlossen sein werde.

Bei den deutschen Handwerksfirmen sind bis Ende Juli 10 201 Verträge mehr abgeschlossen worden als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt, wie die „Berliner Zeitung“ (Montagausgabe) unter Berufung auf den Zentralverband des Handwerks (ZDH) berichtete. Dies sei ein Plus von 13,4 Prozent. ZDH-Präsident Otto Kentzler sagte, die Zahlen zeugten von den verstärkten Anstrengungen, „mit einer qualifizierten Ausbildung aus eigener Kraft gegen den in einigen Branchen drohenden Fachkräftemangel anzugehen“. In diesem Jahr würden alle ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Schulabgänger ein Lehrstellenangebot erhalten. Gerade High-Tech-Bereiche wie die Zulieferbetriebe zum Automobil- und Maschinenbau suchten Fachkräfte und hätten noch ausreichend Lehrstellen.

Insgesamt wurden dem Bericht zufolge im Handwerk fast 86 200 Verträge neu abgeschlossen, darunter 2 150 in außerbetrieblichen Einrichtungen. Der positive Trend der Vormonate halte damit an, sagte Kentzler. Das Handwerk weise mit zehn Prozent die höchste Ausbildungsquote in der gesamten Wirtschaft auf. Problematisch seien aber die Fähigkeiten der Schulabgänger. Viele brächten nicht das notwendige Rüstzeug mit.

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