Rekord trotz Euro-Höhenflugs
Deutsche Exporte knacken Billionen-Marke

Die deutschen Exporte werden trotz des Euro- Höhenflugs und nachlassender Dynamik in diesem Jahr erstmals die Marke von einer Billion Euro überschreiten. Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) erwartet für 2008 ein Plus von fünf Prozent auf 1017,5 Milliarden Euro. Auch den Titel des Exportweltmeister könnte Deutschland noch einmal verteidigen.

HB BERLIN. Im vergangenen Jahr war der Wert der Ausfuhren um 8,5 Prozent auf 969 Milliarden Euro gestiegen. „Im laufenden Jahr wird sich das hohe Wachstumstempo nicht halten lassen“, sagte Verbands- Präsident Anton Börner am Mittwoch in Berlin. Das schwache vierte Quartal 2007 mit Exportzuwächsen von nur noch 3,2 Prozent bei gleichzeitigem Rückgang der USA-Exporte um fast 13 Prozent sei ein Vorbote der Entwicklung gewesen, die sich 2008 fortsetzen werde.

Der starke Euro werde die Exporte in die USA zwar weiter belasten. Zugleich werde aber der Einkauf von Vorprodukten billiger. Zudem sei die EU mit knapp zwei Dritteln Ausfuhranteil wichtigster Absatzmarkt. Zum Jahresende erwartet der Verband eine leichte Entspannung und ein Einpendeln des Euro zwischen 1,40 und 1,50 US-Dollar. Am Mittwochmittag kostete der Euro mehr als 1,54 Dollar.

Ob Deutschland bereits in diesem Jahr von China als Exportweltmeister abgelöst wird, sei noch nicht ausgemacht und hänge von der Wechselkursentwicklung ab. Nach BGA-Berechnungen müssten die chinesischen Exporte dafür bei einem Euro-Kurs von 1,40 um 17 Prozent und bei einem Kurs von 1,50 Dollar sogar um 25 Prozent zunehmen. Wie abhängig China von der US-Konjunktur sei, zeige sich am monatlichen Außenhandelsüberschuss, der im Februar im Jahresvergleich von 24 Milliarden auf 8,5 Milliarden Dollar eingebrochen ist.

Der dynamischste Absatzmarkt für deutsche Unternehmen bleibt Russland. „Hier rechnen wir mit Zuwächsen von bis zu 20 Prozent, vor allem bei Maschinen und Anlagen sowie bei Kraftfahrzeugen und Kfz- Teilen“, kündigte Börner an. Schon 2007 seien Waren „made in Germany“ im Wert von 28,2 Milliarden Euro nach Russland exportiert worden, nach 23,4 Milliarden im Vorjahr. Die Exporte nach China hingegen dürften 2008 nur um acht Prozent auf 32,3 Milliarden Euro zulegen.

Börner zeigte sich besorgt über den politischen Druck, den Handel mit dem Iran weiter zurückzudrängen. „Die deutsche Wirtschaft wird leiden, wenn wir uns weiter aus dem Iran zurückziehen, weil Russland und China in die Position springen werden“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%