Rekordeinbruch des ZEW-Index
Euro-Schockwellen ergreifen Deutschland

Der ZEW-Index ist im Juni so stark gesunken wie seit fast 14 Jahren nicht mehr. Die Euro-Krise setzt der deutschen Wirtschaft immer mehr zu. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB bald handelt.
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BerlinDie eskalierende Schuldenkrise lässt Börsen-Experten um den Aufschwung in Deutschland bangen. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten fiel im Juni um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Zähler - so stark wie seit Oktober 1998 nicht mehr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 4,0 Punkte erwartet.

Zuletzt hatten bereits andere wichtige Stimmungsindikatoren im Ausland ein Abflauen der Weltkonjunktur signalisiert. In den USA fielen im Mai die Arbeitsmarktzahlen sehr enttäuschend aus. Auch die Bric-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China) straucheln. Das Wachstum in Brasilien und Indien ist deutlich gefallen.

Die einzige große Lokomotive für die Weltwirtschaft ist China - und auch dort mehren sich die Zeichen für ein schwächeres Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex für die chinesische Industrie notierte im Mai nur noch knapp über der Schwelle, die Wachstum signalisiert.

Das ZEW führte den Rückgang des Index in Deutschland auf die Zuspitzung der Lage des spanischen Bankensektors sowie die Lage in Griechenland zurück. Die Umfrage unter den Experten fand weitgehend noch vor der Wahl in Griechenland am Sonntag statt. Der Wahlausgang hatte an den Finanzmärkten vorübergehend für Erleichterung gesorgt, die aber schnell wieder nachließ. Der Wahlsieg der konservativen Nea Dimokratia (ND) in Griechenland war als Votum für ein Festhalten an den internationalen Sparauflagen gewertet worden.

Die Finanzmarktexperten betrachten offenbar auch die Situation in Deutschland mit zunehmender Sorge. "Die Erwartungen der Finanzmarktexperten warnen eindringlich vor einer allzu optimistischen Einschätzung der deutschen Konjunkturperspektiven in diesem Jahr", erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Denn die Risiken einer "markanten Konjunkturabschwächung" in wichtigen Handelspartnerländern seien unübersehbar. Hinzu komme die nach wie vor brenzlige Lage im Euroraum. "Das Votum der griechischen Wähler verschafft uns eine kurze Atempause - nicht mehr und nicht weniger", mahnte Franz.

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EZB könnte bald handeln

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  • Einstein sagte auch:"Es giebt zwei Sachen die unendlich sind. Das Universum und die Dummheit der Menschheit, wobei ich mir beim Universum nicht ganz sicher bin".
    Ich kann dem nur noch beipflichten.

  • Klar hört man selbst unter schwersten Drogen der Europaideologie irgendwann den Knall, wenn man den Karren mit einer Fülle von Verstößen gegen die Grundlagen der Marktwirtschaft und ständigen Vertragsverstößen gegen die Wand fährt. Und was wird dann hier vorgeschlagen? Noch mehr Desselben! Wie meinte schon Einstein? Man kann ein Problem nie mit den Mitteln und Methoden lösen, die zu eben diesem Problem geführt haben. Mensch Kinder, wacht auf, wir sind hier nicht im Sandkasten, sondern wir verballern unsere Existenzgrundlagen!


  • Sendung auf PHOENIX um 16 Uhr


    "Weltwirtschaft vor dem Crash ?


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