Rekordminus für deutsche Industrie Weiße Seiten in den Auftragsbüchern

Die Aufträge der deutschen Industrie sind im Juni um 3,2 Prozent gesunken. Dies ist der größte Rückgang seit drei Jahren. Hierfür gibt es vor allem einen Grund.
Update: 06.08.2014 - 11:31 Uhr 26 Kommentare
Gütesiegel „Made in Germany“: Die deutsche Industrie hat im Juni eine schwere Auftragsflaute erlitten. Quelle: dpa

Gütesiegel „Made in Germany“: Die deutsche Industrie hat im Juni eine schwere Auftragsflaute erlitten.

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BerlinDas Neugeschäft der deutschen Industrie ist überraschend eingebrochen. Vor allem ein starker Nachfrage-Rückgang aus der Euro-Zone sorgte im Juni für das größte Auftragsminus seit September 2011. Insgesamt gingen die Bestellungen um 3,2 Prozent zum Vormonat zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hingegen hatten mit einem Plus von einem Prozent gerechnet.

Bereits im Mai hatte es einen Rückgang um 1,6 Prozent gegeben. Das Bundeswirtschaftsministerium begründete die Entwicklung mit geopolitischen Risiken und betonte: „Es ist daher zu erwarten, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten eher moderat entwickeln wird.“

Zuletzt hatte die Ukraine-Krise für trübere Stimmung in der deutschen Wirtschaft gesorgt. Vor allem wegen der schärferen Sanktionen gegen Russland kam Verunsicherung auf. Ökonomen betonten allerdings, die schwächelnden Aufträge seien nicht allein auf diesen Konflikt zurückzuführen. „Die heutigen Daten zeigen, dass die Abwärtsrisiken für die deutsche Wirtschaft nicht nur von geopolitischen Spannungen stammen, sondern auch von einer Nachfrageschwäche aus der Euro-Zone, die länger anhält als erwartet“, sagte ING-Bank-Analyst Carsten Brzeski.

Während das gesamte Auslandsgeschäft um 4,1 Prozent nachließ, brachen die Bestellungen aus der Währungsunion um 10,4 Prozent ein. Die Orders von außerhalb der Euro-Zone hingegen blieben stabil. „Möglicherweise hat sogar die kräftigere US-Konjunktur im zweiten Quartal einem noch stärkeren Rückgang entgegengewirkt“, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar. Auch Commerzbanker Ralph Solveen führt die Entwicklung weniger auf geopolitische Risiken zurück. Vielmehr spiegelten die Daten das zuletzt schlechtere konjunkturelle Umfeld wider - "stärkerer Euro, schwächere Weltwirtschaft". „Damit steigt das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft - nach einem leichten Minus im zweiten Quartal - auch im dritten Quartal enttäuschen wird“, fügte Solveen hinzu.

Zu Jahresanfang war die deutsche Wirtschaft - beflügelt vom starken Bau im milden Winter - noch kräftig um 0,8 Prozent gewachsen. Für das abgelaufene Quartal rechnen die meisten Ökonomen mit einem deutlich schwächeren Wachstum.

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26 Kommentare zu "Rekordminus für deutsche Industrie: Weiße Seiten in den Auftragsbüchern "

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  • Merkel sagt:" uns geht es gut, Deutschland geht es gut", Gabriel sagt zu Sanktionen:" das können wir uns leisten" die Wähler im Lande wollten diese Regierung, wollten eien GroKo.
    Für mich stellt sich der goße Unterschied zwischen Putin und unserer regierung so dar: Putin stand und steht hinter seinem Volk,deshalb stehen auch viele Russen hinter ihm. Bei uns ists umgekehrt. Hier wird Politik nicht zum Wohle des Volkes betrieben, sondern zum Wohle der EU, der USA, der EZB, des ESM.

  • Und ich dachte die Wirtschaftsaktivität bei unseren Nachbarn steigt aufgrund der erfolgreichen EZB Geldpolitik. Das wird doch immer und überall erzählt. In Spanien läuft es besser und in Italien und in Griechenland und in Portugal. Das scheint dann ja gar nicht zu stimmen!! :-)

    Die Sanktionen werden der deutschen Wirtschaft helfen. Lass Dir das mal in Ruhe von Herrn Weißenfels erklären - oder der HB Redaktion.

  • Es ist schon ein Kreuz mit dem Wetter. In Deutschland sorgte der MILDE Winter für eine gute Auftragslage in Q1/2014 und in den USA sorgte im gleichen Zeitraum der STRENGE Winter für das Schrumpfen der Wirtschaft. Nun haben wir einen deutlichen Auftragsrückgang für die deutsche Industrie. Wie man das begründet spielt doch keine Rolle. Es gibt offensichtlich weniger zu tun. Und Sanktionen gegen einen starken und solventen Handelspartner helfen da sicher diesen Auftragsrückgang zu kompensieren. Die EURO und europäische Staatsschuldenkrise kommt nun auch nach Deutschland. Das ist doch klar. Wenn es unseren Nachbarn nicht gut geht, kann es D auch nicht gut gehen. Aber Herr Draghi könnte ja die Zinsen senken und die erfolgreiche Geldpolitik der vergangenen sechs Jahre fortsetzen. Ich würde Zinssenkunge auf -1 bis -2% vorschlagen.

    Herr Draghi, sie fahren im Bus zu ihrem sicheren Arbeitsplatz in Frankfurt. Im Bus befinden sich 10 Personen. An der nächsten Haltestelle steigen 12 Personen aus. Herr Draghi, wie viele Personen befinden sich jetzt noch im Bus? Genau: -2 Personen!!

  • Das Schlimme sit nur, bricht alles zusammen, ist der Schuldige ja auch schon bestimmt.
    Das sind wir.
    Weit hat diese Ostpolitik der Merkel uns gebracht

  • brachen die Bestellungen aus der Währungsunion um 10,4 Prozent ein.
    ----------------

    Ja, ja der EURO
    Und diese Merkel begreift es imemr noch nicht, dass dieser Euro uns ruiniert
    Sie sagt nur dümmlich "Stirbt der EURO, stirbt Europa"
    als noch dümmer geht es nicht
    Ich sags ja, wir gehen in eine 2. Weimarer Republik mit Arbetislosen, die wir nicht mehr zählen können un dann och die haufenweise Fremden, die angeblichen Asylanten.
    Na Gute Nacht Marie

  • @Herr Fred Meisenkaiser
    "Fuck" ist gewiss kein Wort, dass auf Seriösität hinweist. Wenn Sie allerdings den Bezug zu dem abgehörten Telefonat zwischen EU-Würdenträgern herstellen, dann begeben Sie sich lediglich auf deren Niveau. Besser wird es deshalb aber auch nicht.

    War es denn wirklich Ihre Absicht, sich auf das EU-Niveau abzusteigen?

    Im übrigen war dieser "Zoff" völlig unnötig. Wir wissen doch alle, dass EU wie auch unsere hiesige Regierung von drüben gelenkt werden. Der Preis dafür wird bald präsentiert!

    Gehen wir davon aus, dass wir mit schnellem Schritt auf eine Eskalation zwischen USA und Russland-China zulaufen und die USA den Krieg außerhalb ihres Landes, sprich in Europa, führen möchten.

    Wenn das so werden sollte, dann war Ihr "Unwort" bei aller Widerrede inhaltlich richtig gebraucht.

  • Panikmache von schlechten Journalisten. Cool bleiben u. Geld weiter arbeiten lassen.
    Die Wirtschaft ist wie ein Super Tanker ... Wendekreis 58 Seemeilen. Einzelne Störwellen werden nicht registriert.

  • Zitate: … „brachen die Bestellungen aus der Währungsunion um 10,4 Prozent ein. Die Orders von außerhalb der Euro-Zone hingegen blieben stabil.“

    Und:

    “Vielmehr spiegelten die Daten das zuletzt schlechtere konjunkturelle Umfeld wider - "stärkerer Euro, schwächere Weltwirtschaft"“

    Kann mir das mal einer erklären: Ein stärkerer € plus eine schwächere Weltwirtschaft führt zu keinem Einbruch in den Auftragseingängen von außerhalb der €-Zone, aber zu Einbrüchen in den Auftragseingängen von innerhalb der €-Zone?

  • Wir haben in unserem Land, bis auf wenige Ausnahmen, nur sogenannte Polit-Ökonomen. Deren Prognosen fallen in der Regel so aus, wie die politische Führung sie gern sehen würde. Entsprechend oft liegen deren Aussagen erheblich neben der Realität. Da werden die uns betreffenden Auswirkungen der politisch dämlichen Sanktionen gegen Rußland klein geredet und dafür Rußland die baldige wirtschaftliche Katastrophe bescheinigt. Bin sehr gespannt wie wohl die Realität am Ende aussehen wird?

  • Gütesiegel „Made in Germany“: Vertragstreue und langfristige Zuverlässigkeit gehören nicht mehr dazu, der Politik sei Dank.
    Die FAZ titelt dazu "überraschend" . Die Zeitung "Der Bund" aus der Schweiz hat schon am 31.07.2014 auf die Auswirkungen von Sanktionen auf Bereiche die nicht direkt betroffen sind hingewiesen."Wie stark wäre die Schweizer Wirtschaft tangiert, wenn sich unser Land den verschärften Russland-Sanktionen der USA und der EU anschliessen würde? Auf einen kurzen Nenner gebracht:
    Die unmittelbaren Auswirkungen – über entgangene Exporte der vom Embargo betroffenen Branchen – wären begrenzt. Indirekt, unter Einbezug späterer Zweit- und Drittrundeneffekte, dürften sich Rückwirkungen jedoch sehr wohl bemerkbar machen." Trifft auf Deutschland noch wesentlich stärker zu! Wer handelt schon gerne mit Partnern die das Primat der Politik - der US Politik - betonen und Vertragstreue sowie Zuverlässigkeit dem unterordnen. Handel ist Vertrauenssache und es gibt in Asien die zuverlässigen Alternativen.

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