Rettungsfonds
ESM-Hilfen könnten direkt an Banken fließen

Frankreich und EU-Kommission haben sich für direkte ESM-Hilfen an Banken ausgesprochen. Dies sei laut EU-Währungskommissar Rehn eine wichtige Alternative. Der Zusammenhang von Banken und Schulden müsse aufgelöst werden.
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BrüsselFrankreich und die EU-Kommission haben sich erneut für direkte Finanzhilfen des Euro-Rettungsfonds an Banken ausgesprochen. Nach dem bisherigen Vertrag zu dem ab Juli geplanten Rettungsmechanismus ESM sei dies zwar nicht möglich, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Montag in Brüssel. „Aber es ist wichtig, diese Alternative zu betrachten, da wir gerade über die Mittel und Wege zu einer Bankenunion sprechen“, ergänzte er.

Der problematische Zusammenhang von Banken und Staatsschulden müsse aufgelöst werden. Rehn stellte sich damit klar hinter die Forderung von EU-Kommission Jose Manuel Barroso, nachdem er sich vergangene Woche dazu noch zurückhaltender geäußert hatte.

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici unterstützte die Forderung. Seine Regierung sei auch für eine Bankenunion, sagte er bei seinem Antrittsbesuch in Brüssel und einem Gespräch mit Rehn.

Rehn und Moscovici betonten beide, Frankreich werde es schaffen, die Neuverschuldung wie vereinbart im kommenden Jahr auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu senken. Dies sei ohne neue Einschnitte in den Staatshaushalt möglich, sagte Moscovici. Er will demnächst einen Nachtragshaushalt vorlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rettungsfonds: ESM-Hilfen könnten direkt an Banken fließen"

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  • Da wirst du bei einem völkerrechtlichen Vertrag keine großen Chancen haben, wenn du vorm Verfassungsgericht klagen willst.
    Leider dreht sich bei diesem EUropa-Projekt alles um Banken und Großunternehmen - die Menschen sind doch nur noch Bürger (im wahrsten Sinne des Wortes)
    Willkommen in der Korporatokratie!
    http://www.big-picture.info/articles/2313582

  • Vielen Dank für Ihre Antwort, scheint logisch.

    Auch Dank für die Antwort an "bankrott_bald", da Sie hier noch etwas erweiterte argumentieren.

    Hatte alle bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Krise als Einsicht in die Notwendigkeit gewertet.

    Hoffe nur, der Sturm legt sich alsbald bzw. die Einrichtung all dieser "Baustellen" sind die richtige Vorgehensweise.

    Nochmals Dank!

  • Der ESM-EFSF mit seinen 1 Bill € ist groß genug um die Banken zu retten aber nicht groß genug um die Anleihe-Märkte von den Nationalstaaten für die nächsten 2 Jahre abzusichern. Dafür müsste er 2.5 Bill €(die Kreditaufnahme für die nächsten 3 Jahre um die Alten Schulden zu begleichen) aufweisen. Die Banken brauchen Überbrückungskredite um Anleihe-Ausfälle zu überleben-sie sind jedoch Unternehmen welche global aufgestellt sind und durchaus Gewinne aufweisen können, bei Staaten muss man Strukturreformen, fallende Steuereinnahmen durch niedriges Wachstum und Regierungswechsel einpreisen und abwarten. Die Bankenrettung ist unmoralisch ist jedoch logischer.

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