Reuters-Einkaufsmanager-Index
Deutsche Industrie-Erholung gewinnt Fahrt

Die Erholung der Industrie in Deutschland und der Euro-Zone hat dank der ungebrochenen weltweiten Nachfrage im Juli wieder an Tempo gewonnen. Der Reuters-Einkaufsmanager-Index (EMI) für Deutschland stieg auf 56,6 von 55,9 Zählern, wie das Forschungsinstitut NTC am Montag mitteilte, das den EMI für Reuters erhebt.

HB BERLIN. Treibende Kraft war der robuste Anstieg des Auftragseingangs aus den Wachstumsregionen Asien, USA und Osteuropa. Volkswirte warnten jedoch, in Deutschland sei der Aufschwung bisher allein vom Export getrieben, während die Binnennachfrage noch nicht in Schwung komme. Positiv vermerkten sie vor allem, dass die Firmen erstmals seit gut drei Jahren fast keine Mitarbeiter mehr entließen.

Werte über 50 signalisieren beim EMI eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit, Werte darunter einen Rückgang. Der Wert für die Euro-Zone stieg auf 54,7 von 54,4 Punkten. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt für Deutschland mit 56,0 Punkten und für die Euro-Zone mit 54,7 Punkten gerechnet. „Die Juli-Umfrage ist ermutigend“, zog NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson als Fazit. Es bestehe aber das Problem fort, dass der Aufschwung in Europa zu stark vom Export abhänge. Das gelte vor allem für Deutschland und Italien, während die Erholung in Frankreich auch von Investitionen und Konsum getragen werde.

Den stärksten Produktionszuwachs in der Industrie der Euro-Zone verzeichnete NTC im Juli in Deutschland, gefolgt von den Niederlanden und Österreich. Der Teilindex Produktion erreichte in Deutschland 59,1 nach 57,0 Punkten im Juni. „Bei der Erholung der Industrie hat sich Deutschland jetzt an die Spitze des Zuges gesetzt“, sagte Elisabeth Andreae von der Commerzbank. Einzig in Großbritannien legte die Produktion noch deutlicher zu: Mit 59,5 schnellte der Index hier auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. NTC zufolge profitierte die deutsche Industrie von der anhaltend günstigen Konjunktur in den Hauptexportmärkten. Der Index Auftragseingang Export stieg auf 58,0 von 56,7 Punkten.

Von der besseren Auftragslage und der gestiegenen Produktion könnte nach Einschätzung der Analysten in den kommenden Monaten auch der Arbeitsmarkt profitieren. Mit 49,9 nach 49,2 Punkten signalisierte der EMI-Index zur Beschäftigung annähernd einen Stillstand des Job-Abbaus. „Das verbessert den Ausblick für das Ende des Jahres“, sagte Olivier Gasnier von der Societé Generale in Paris. Manuela Preuschl von der Deutschen Bank warnte aber, der Ölpreis-Höchststand und widersprüchliche Signale aus den USA könnten die Stimmung der Firmen belasten. Auch Williamson sieht vor allem die hohen Rohstoffkosten und die Unsicherheit über die Nachhaltigkeit der Erholung derzeit als Hindernis für Neueinstellungen.

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