Reuters-Einkaufsmanager-Index
Deutsche Industrie wird Zugpferd in Euro-Zone

Einer Umfrage zufolge hat sich die deutsche Industrie im April dank kräftig gestiegener Produktion und starkem Neugeschäft zum Zugpferd in der Euro-Zone entwickelt

HB BERLIN. Der Reuters-Einkaufsmanager-Index (EMI) stieg auf 55,3 von 54,1 Punkten im März und lag damit den achten Monat in Folge über der Wachstumsmarke von 50 Zählern, wie das britische Forschungsinstitut NTC mit am Montag mitteilte, das den Index ermittelt. „Die Umfrage gibt ein starkes Bild der Branche ab und ist ein willkommenes Zeichen, dass die Erholung Fahrt aufnimmt und eine breitere Basis bekommt“, sagte NTC-Chefvolkswirt Chris Williamson.

In der gesamten Euro-Zone bereite aber ein zunehmender Inflationsdruck Grund zur Sorge. Da der Index für die Euro-Zone mit einem Anstieg auf 54,0 von 53,3 Zählern zudem ein stärkeres Wachstum der Industrie anzeigte, liefert die Umfrage nach Ansicht Williamsons vor allem Argumente gegen weitere Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Analysten hatten nur mit einem Anstieg des Index für Deutschland auf 54,5 Punkte und für die Euro-Zone auf 53,6 gerechnet. Dabei lag der Wert für Deutschland noch oberhalb der optimistischsten Prognose.

Der EMI für Deutschland markierte den höchsten Stand seit November 2000 und übertraf die Werte aller anderen Länder der Euro-Zone. Deutschland profitiere derzeit besonders dank der Struktur seiner Industrie stärker vom weltweiten Aufschwung als beispielsweise Italien, sagte Williamson. „Branchen wie Anlagen- und Maschinenbau haben in Deutschland ein größeres Gewicht.“ So meldeten in der Umfrage die Hersteller von Investitions- und Vorleistungsgütern hohe Zuwachsraten. „Der Konsumgütersektor bleibt das schwächste Glied in der Kette, obschon es auch hier erste Anzeichen gibt, dass die Nachfrage endlich anzieht.“

Insgesamt verbuchte die deutsche Industrie NTC zufolge den stärksten Zuwachs im Neugeschäft seit August 2000, der Index Auftragseingang kletterte auf 57,1 Zähler. „Asien blieb einer der Hauptmotoren für das Wachstum, und aus den USA verzeichnete die deutsche Industrie ebenfalls weiter starke Nachfrage“, erklärte NTC. Wegen des brummenden Neugeschäfts, der Verknappung von Rohstoffen und Lieferschwierigkeiten hätten die Unternehmen aber Probleme alle Aufträge abzuarbeiten. Deshalb stieg der Auftragsbestand trotz kräftig ausgeweiteter Produktion. Auch in den anderen Umfrage-Ländern mit Ausnahme Österreichs beschleunigte sich das Produktionswachstum, die Erzeugung der griechischen Industrie nahm sogar stärker zu als in Deutschland.

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