Reuters-Service-Index
Bei deutschen Dienstleistern keimt neuer Optimismus auf

Die deutschen Dienstleister blicken erstmals seit September letzten Jahres mit leichtem Optimismus in die Zukunft, obwohl ihre Geschäfte im Juni erneut schlechter gelaufen sind.

Reuters BERLIN. Der Reuters-Service Index sei auf 46,1 von 44,4 Punkten im Mai angestiegen, teilte am Donnerstag das Forschungsinstitut NTC mit, das den Index für Reuters erhebt. Damit stieg das Branchen-Barometer auf den höchsten Stand seit Oktober 2002 und signalisierte eine Verlangsamung des Geschäftsrückgangs der letzten Monate. Der Index für die Geschäftsaussichten kletterte deutlich auf 50,3 von 46,6 Punkten im Mai. „Viele der Befragten, die sich im Juni positiv äußerten, gründeten ihre Hoffnung vor allem auf die verbesserten Konjunkturaussichten weltweit“, erklärte NTC. Auch in der Euro-Zone verlangsamte sich der Branchenabschwung etwas.

Der Grund für die schwächeren Geschäfte waren erneut Auftragseinbußen, für die die Befragten NTC zufolge die schwache Binnenkonjunktur und den Euro-Anstieg verantwortlich machten. Der Index Neuaufträge legte bei der deutschen Umfrage auf 42,8 von 40,5 Punkten zu, blieb aber unter der Expansionsschwelle von 50 Zählern. Werte darüber signalisieren einen Auftragszuwachs.

Zudem hätten die historisch niedrigen Zinssätze der Europäischen Zentralbank (EZB) die Hoffnung auf eine Belebung der Konjunktur geschürt, erklärte NTC. Die niedrigen Zinsen und die Aufwertung des Euro drückten den Index für Einkaufspreise auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Auch die Verkaufspreise sanken wegen der schwachen Nachfrage schneller als jemals zuvor in der seit 1997 erhobenen Umfrage.

Deutschland hinkt anderen Ländern weit hinterher

Der Reuters-Service-Index für das Währungsgebiet stieg auf 48,2 von 47,9 Zählern im Mai. Damit registriert die Branche seit fünf Monaten einen Geschäftsrückgang. Das deutlichste Minus verbuchten erneut die deutschen Dienstleister, deren Geschäfte inzwischen zum elften Mal in Folge abnahmen. Auch in Frankreich und Italien verschlechterte sich das Geschäft, nachdem die Einkaufsleiter dort im vergangenen Monat noch eine leichte Verbesserung diagnostiziert hatten. Bereits bei der am Dienstag veröffentlichten Umfrage unter Industrie-Einkaufsmanagern hatten Analysten Sorgen über die wirtschaftliche Schwäche in den beiden Ländern geäußert.

Bei den Neuaufträgen ergab sich in den meisten Ländern der Euro-Zone ein ähnliches Bild wie in Deutschland: Die Bestellungen nahmen zwar weiter ab, allerdings nicht mehr so deutlich wie im Vormonat. Dabei setzten die Unternehmen ihren Personalabbau in fast unvermindertem Tempo fort. Die Reduzierung der Beschäftigung, niedrige Energiepreise und der Euro-Anstieg führten erstmals seit Umfragebeginn vor fünf Jahren dazu, dass die Kosten der Branche in der gesamten Euro-Zone fast nicht mehr anstiegen, während sich der Verfall der Verkaufspreise beschleunigte.

Damit schwächte sich die Geschäftstätigkeit in der gesamten Privatwirtschaft der Euro-Zone im Juni etwas deutlicher ab als noch im Mai. Der Reuters-Composite-Index, der die Entwicklungen in der Industrie und im Dienstleistungssektor zusammenfasst, sank auf 48,1 von 48,2 Zählern im Mai.

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