Revidierte Zahlen
Japans Wirtschaft schrumpft weniger stark

Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal nicht ganz so stark eingebrochen wie zunächst gemeldet. Experten sehen nun den Tiefpunkt durchschritten.

HB TOKIO. Zum Jahresauftakt 2009 ging die Wirtschaftsleistung in dem Exportland noch um 3,8 Prozent zurück, wie die am Donnerstag veröffentlichten revidierten Zahlen zeigen. Nach dem schärfsten Einbruch seit dem zweiten Weltkrieg steht Japans Wirtschaft damit vor einer zögerlichen Erholung. „Die Wirtschaft hat das Schlimmste überstanden“, sagte Hiroshi Watanabe vom Daiwa-Forschungsinstitut.

So kurbelten die Firmen ihre Produktion wieder an, zumindest für das Frühjahr zeigen die Daten eine kräftige Erholung an. Auch haben die Firmen ihre Lagerbestände abgebaut, so dass zusätzliche Nachfrage nicht mehr aus den Beständen bedient werden kann und die Produktion stützt. Auch das umgerechnet 109 Milliarden Euro schwere Konjunkturpaket zeigt erste Wirkungen. Experten erwarten nun ein Wachstum von 0,5 Prozent im zweiten Quartal.

Es sei aber unwahrscheinlich, dass die Wirtschaft schnell wieder zu den Höhepunkten zurückfinde, die sie vor der weltweiten Krise erreicht habe, sagte Watanabe. Denn dafür ist der jüngste Einbruch zu stark. Die Rezession dauert nun schon vier Quartale in Folge an und ist damit so lang wie nie zuvor. In dieser Zeit ging das Bruttoinlandsprodukt um 8,8 Prozent zurück – Analysten sprechen ab einem Minus von zehn Prozent von einer Depression.

In dieser Zeit sei die Kapazitätsauslastung der Unternehmen von etwa 80 auf nur noch 50 Prozent gesunken, sagte Kazuto Uchida von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Selbst wenn die Industrieproduktion weiter zulege, werde sich dieser Wert im kommenden Jahr nur bis auf 65 Prozent verbessern. „Das bedeutet, dass die Firmen sich zumindest in diesem Jahr mit Investitionen zurückhalten müssen.“ Weil deswegen die Arbeitslosigkeit steigen dürfte, bleiben nach Einschätzung von Experten auch die Aussichten für den Konsum gedämpft. „Auch wenn die Ausfuhren anziehen und die Produktion steigt, ist schwer zu sehen, wie diese Stärke sich in der heimischen Nachfrage widerspiegelt“, sagte Takeshi Minami vom Forschungshaus Norinchukin.

Japan ist ähnlich wie Deutschland wegen seiner hohen Abhängigkeit vom Export härter von der Rezession betroffen als andere Staaten.

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