Rezension Jeremy Rifkin
Wie die Wirtschaft 2050 funktionieren sollte

Jeremy Rifkin ist einer der bekanntesten und streitbarsten Ökonomen. Nach seinem Welterfolg "Die empathische Zivilisation" steht ab heute sein neuestes Werk in den deutschen Buchläden. So wird Kapitalismus 2050 aussehen.
  • 5

DüsseldorfEs sind noch viele Kilometer bis zum Ziel. Die Tankanzeige geht in den roten Bereich. Und was macht der hektische Fahrer: Er gibt umso mehr Gas, damit die nächste Tankstelle möglichst schnell erreicht wird. Natürlich passiert das Gegenteil: Der Tank ist umso schneller leer.

Solche Bilder benutzt Jeremy Rifkin in seinem neuen Buch „Die dritte industrielle Revolution“, um zu beschreiben, was in der Weltwirtschaft gerade schief läuft. Der Klimawandel macht ganze Landstriche unbewohnbar, die Rohstoffe werden knapp, die Wirtschaft in ihrer jetzigen Form hat keine Zukunft, weil sie viel zu energieaufwändig ist und uns die Rohstoffe rasant ausgehen. Oder wie es Rifkin ausdrückt: „Die gesamte auf fossilen Brennstoffen basierende industrielle Infrastruktur ist ebenso altersschwach wie baufällig. Als Folge davon steigt die Arbeitslosigkeit überall auf der Welt in gefährliche Höhen.“

Aber Rifkin wäre nicht Rifkin, wenn er keine Lösung präsentieren würde. Denn schließlich ist er die Rosamunde Pilcher unter den Ökonomen, der Gute-Laune-Bär unter den Top-Beratern von Politikern und wichtigen Vorstandschefs. Und so entwirft Rifkin eine Idee von der Wirtschaft im Jahr 2050, die sich richtig gut und auch durchaus realistisch anhört: Die erneuerbaren Energien und das Internet sorgen für Millionen neue Arbeitsplätze und das Leben ist geprägt von Selbstständigkeit, kultureller Entwicklung und Empathie.

Ein großer Optimist war der Vorsitzender der Foundation on Economic Trend in Washington schon in seinem letzten Bestseller „Die empathische Zivilisation“. Hier erklärte der Top-Ökonom, warum die Menschen in Zukunft immer weniger egoistisch handeln werden, sondern zur Empathie, zur zukunftsträchtigen Zusammenarbeit neigen. Und an dieser Stelle beginnt das neue Buch: „Der Homo sapiens weicht dem mitfühlendem Menschen, dem Homo empathicus.“

Wohin die neue Wirtschaftswelt führt, darüber schreibt und redet Rifkin schon seit Jahren. Er kennt die Mächtigen, berät sie, und was er sagt, klingt gut. Das große Schlagwort lautet „dritte industrielle Revolution“. Zurzeit bahnt sie sich gerade an. Der Begriff taucht schon am Ende seines letzten Buches auf. Aber wurde nicht so recht deutlich, was er damit meinte. Das neue Werk ist also die logische Fortsetzung.

Kommentare zu " Rezension Jeremy Rifkin: Wie die Wirtschaft 2050 funktionieren sollte"

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  • Auch wenn J. Rifkin in seinem Buch "Die dritte Industrielle Revolution" Fragen unbeantwortet lässt, so ist es m.E. eine sehr gute Ideensammlung, die sich ganzpraktisch nutzen lässt.
    Ein Beispiel? Gerne: Es ist heute in der Politik und der Presse die Rede davon, dass ca. 20 ... 30 Milliarden Euro in den Ausbau der Netze investiert werden müssen. Zu diesem Thema Rifkin (sinngemäß): Es ist viel sinnvoller, Energie vor Ort zu erzeugen und zu verbrauchen. Das geht für viele, viele Haushalte, bei heutigen Strompreisen sogar wirtschaftlich. Daraus folgt: Die 20 ... 30 Milliarden gehören nicht in die Hände der oligopol organisierten EVUs, sondern sollten statt dessen zur Förderung lokaler, eigenständige Anlagen genutzt werden. Wohlgemerkt: Es geht um Anlagen, die das Netz NICHT zusätzlich belasten, sondern mittels lokaler Speicher quasi netzunabhängig sind.
    Konsequenz: Wenn man das weiterdenkt, sind die Netze mehr als ausreichend diemnsioniert, um den dann übrigbleibenden Rest zu erledigen, nämlich die Industrie zu phänomenal günstigen Preisen zu beliefern.

    Georg Sandkühler

  • Ich will ja gerne den Menschen, die hier Kommentare schreiben, ins Gesicht sehen. Vielleicht erkennt schon an der Kopfform diese Blödheit, die sich hier in Worte versammelt. Wegen diesen Menschen haben wir Probleme, weil diese zerstörerische Inhaltslosigkeit die diese mit sich bringen, sich wie ein Lauffeuer verbreiten.
    Hängt diesen bösen Rifkin! Untöricht ist das, einfach so die Potentiale der Menschheit zu erkennen und daraus eine Vision zu basteln. Und dann noch eine positive!!!
    Ich schäme mich für diese Kommentare hier!!!

  • kuck mal auf die Rückseite der one $ Note, dann weißte, was 2050 sein wird.

    Schwachkopf, wem will der den seinen Mist verkaufen. Die "Neue Weltordnung" wird kommen. Fragt sich nur noch WIE.

    Man muss schon behämmert sein, um zu übersehen, dass G. Bush genau 10 y (auf den Tag) vor dem 9/11 seine erhebende Rede zur "Neuen Weltordnung" gehalten hat.

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