Rezession beendet
Deutschland führt Europa auf Wachstumspfad zurück

Die Wirtschaft im Euro-Raum hat die erste Rezession in der zehnjährigen Geschichte der Währungsunion beendet. Die Erholung geht vor allem auf das Konto Deutschlands. Die mit Abstand größte Volkswirtschaft Europas wuchs besonders kräftig - angetrieben von steigenden Investitionen und Exporten. Aus Experten-Sicht ist das allerdings noch kein Grund zum Jubeln.
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HB BRÜSSEL. Die Wirtschaft im Euro-Raum hat die erste Rezession in der zehnjährigen Geschichte der Währungsunion beendet. Steigende Exporte sorgten im dritten Quartal nach mehr als einjähriger Pause wieder für Wachstum. Der positive Trend ist vor allem der kräftigen Erholung in Deutschland zu verdanken. Der Aufschwung wird sich Experten zufolge fortsetzen.

Das Bruttoinlandsprodukt in den 16 Ländern wuchs von Juli bis September um 0,4 Prozent im Vergleich zur Vorperiode, wie die Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag mitteilte. Sie bestätigte damit ihre Schätzung vom 13. November. Zuvor war die Wirtschaftsleistung seit dem Frühjahr 2008 fünf Quartale in Folge geschrumpft. Auch in der gesamten Europäischen Union endete die Rezession: In den 27 Euro-Ländern gab es ein Plus von 0,3 Prozent.

Die Währungsunion profitierte von der weltweit gestiegenen Exportnachfrage. Die Ausfuhren legten um 2,9 Prozent zu. Auch die milliardenschweren Konjunkturprogramme der Regierungen stützten. Dagegen gaben die Verbraucher wegen der stark gestiegenen Arbeitslosigkeit 0,2 Prozent weniger für den Konsum aus. Auch die Unternehmen investierten 0,4 Prozent weniger. „Das lässt Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erholung aufkommen“, sagte Analystin Jennifer McKeown von Capital Economics.

Die Erholung geht vor allem auf das Konto Deutschlands. Die größte Volkswirtschaft Europas wuchs mit 0,7 Prozent besonders kräftig - angetrieben von steigenden Investitionen und Exporten. Nur die wesentlich kleineren Länder Slowakei (1,6%), Slowenien (1,0%), Österreich und Portugal (jeweils 0,9%) schafften einen stärkeres Wachstum. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation Frankreich wuchs mit 0,3 Prozent unterdurchschnittlich. Sorgenkinder bleiben Spanien und Griechenland: Dort schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um jeweils 0,3 Prozent.

Auch in den kommenden Quartalen stehen die Weichen auf Wachstum. Die Geschäfte in der Industrie und bei den Dienstleistern liefen im November so gut wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, wie die Umfrage des Markit-Instituts unter Einkaufsmanagern ergab. Die EU-Kommission sagt allerdings nur ein schwaches Wachstum von 0,2 Prozent für das Schlussquartal voraus. Auch 2010 erwartet die Brüsseler Behörde nur eine leichte Erholung.

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