Rezession
Japans Exporte schrumpfen um ein Viertel

Die globale Wirtschaftsflaute hat Japans Exporte einbrechen lassen wie noch nie. Wegen der Rezession in den USA und schwächerer Nachfrage aus Asien gingen die Ausfuhren im November im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel zurück.

HB TOKIO. Den Einbruch der Exporte teilte das Finanzministerium am Montag in Tokio. Obwohl sich die Importe um mehr als 14 Prozent verringerten, führte der massive Einbruch beim Export um 26,7 Prozent im zweiten Monat in Folge zu einem Handelsdefizit von umgerechnet 1,8 Milliarden Euro.

Japan befindet sich ebenso wie die USA bereits in einer Rezession. Dem exportorientierten Fernoststaat machen vor allem ein stärkerer Yen und eine schwächere Nachfrage weltweit zu schaffen. Die Ausfuhren in die USA gingen um mehr als ein Drittel zurück. Maßgeblichen Anteil daran hatte die sinkende Nachfrage nach Autos „Made in Japan“.

Auch Toyota bekommt die Flaute immer stärker zu spüren: Der Weltmarktführer wird den ersten operativen Verlust in seiner Firmengeschichte einfahren. Das Unternehmen sieht eine beispiellose Notlage auf sich zukommen. Für das Geschäftsjahr bis Ende März rechnet Toyota operativ nun mit einem Minus von umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro.

Auch die asiatischen Schwellenländer erweisen sich nicht mehr länger als Rettungsanker für die rezessionsgeplagten japanischen Exporteure. Die Ausfuhren in die Region gingen im November ebenfalls um mehr als ein Viertel zurück: Die Exporte nach China sanken in gleichem Umfang. Das war der stärkste Rückgang seit 1995. Insbesondere Halbleiter, Digitalkameras und Unterhaltungselektronik aus Japan ist in der Volksrepublik nicht mehr so gefragt, wie das Tokioter Finanzministerium mitteilte.

Chinas Wirtschaftswachstum ist durch die Nachfrageschwäche in den USA und Europa stark ausgebremst worden. Experten gehen davon aus, dass Japans Exportbranche die Flaute in Übersee noch bis zum Frühjahr belasten wird. „Danach werden die Konjunkturprogramme in vielen Staaten Wirkung zeigen. Es bleibt aber abzuwarten, ob dies die Wirtschaft nachhaltig stützt“, sagte Maiko Noguchi von Daiwa Securities SMBC.

Auch die Notenbank in Tokio sieht die Aussichten für die japanische Exportwirtschaft düster. „Die Ausfuhren dürften wegen der Yen-Stärke und der weltweiten Wirtschaftsflaute kräftig zurückgehen“, sagte Zentralbank-Gouverneur Masaaki Shirakawa voraus.

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