Risiken bei Schwellenländern
IWF warnt vor Turbulenzen

Die Kapitalmarktexperten des Internationalen Währungsfonds (IWF) sagen deutliche Verwerfungen auf den weltweiten Finanzmärkten voraus. Der IWF entwirft ein „Basis-Szenario“, bei dem es zu schädlichen Überreaktionen der Finanzmärkte auf höhere Risiken kommen könnte.

BERLIN. Die Experten legen heute zum Auftakt der Weltwährungstagung in Singapur den neuen Global Financial Stability Report vor.

Der IWF weist auf die wachsenden Sorgen hin, dass bei steigendem Inflations- und Zinsauftrieb „Liquiditätsengpässe auftreten und zu unerwarteten Stress-Situationen führen“. Mögliche Marktstörungen sieht er insbesondere bei neuen und komplexen Finanzinstrumenten wie strukturierten Produkten. Als weitere Gefahrenquelle nennen die Experten des Fonds die große Abhängigkeit von Schwellenländern mit hohen Leistungsbilanzdefiziten von zinsgünstigen und kontinuierlichen ausländischen Kapitalzuflüssen.

Auch dürften die Unsicherheiten, die sich aus den Finanzierungszwängen der gewaltigen Leistungsbilanzungleichgewichte unter den Industrieländern ergeben, nicht unterschätzt werden. So könne die sich verbessernde Attraktivität konkurrierender Finanzmärkte zu den USA – etwa durch weitere Liberalisierung und die Erweiterung der angebotenen Produktpalette – die Finanzierung der immer noch riesigen US-Leistungsbilanzdefizite aus den weltweiten Ersparnissen erschweren. In einer Übergangszeit werde das nachlassende Vertrauen in Dollaranlagen – auch seitens der Notenbanken in Asien und anderen Teilen der Welt – möglicherweise „ungeordnete“ Dollarabwertungen auslösen, befürchten die Ökonomen.

Ausführlich nimmt der neue Bericht auch die immer höhere Verschuldung von Haushalten in den aufstrebenden Volkswirtschaften aufs Korn. Diese Kreditausweitung an die Haushalte fordere die Finanzaufsichtsbehörden heraus und könne zu einer Gefährdung der jeweiligen Bankensysteme führen.

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