Robert Zoellick
Weltbank-Chef sieht Fed-Pläne skeptisch

Weltbank-Chef Robert Zoellick beurteilt Pläne für eine größere Kontroll-Befugnis der US-Notenbank über den Finanzsektor skeptisch. Stattdessen würde er lieber die Kompetenzen des Finanzministeriums ausweiten.
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HB WASHINGTON. Vielmehr benötige das Finanzministerium mehr Befugnisse, um die verschiedenen Aufsichtsbehörden zusammenzubringen, sagte Zoellick in einer Rede an der John Hopkins University am Montag laut einem vorab verbreiteten Manuskript. Die Zentralbanken sollten nach Ansicht des Weltbank-Chefs dann eingreifen, wenn es zu einer Krise kommt. Zudem gebe es in der amerikanischen Demokratie tief verwurzelte Vorbehalte, „der Fed zusätzlich zur Geldpolitik auch die Aufsicht über systemrelevante Bankgeschäfte zu übertragen.“ Der Kongress habe eine lange Tradition, Banken mit Misstrauen zu begegnen. Es werde daher schwierig, den unabhängigen und mächtigen Technokraten der Fed mehr Befugnisse zu geben.

Um eine Wiederholung der schweren Finanzkrise zu verhindern, hat US-Präsident Barack Obama umfassende Reformen vorgeschlagen, die die Federal Reserve zur führenden Aufsichtsbehörde für systemische Risiken im Finanzsektor machen würde.

In diesem Zusammenhang bezeichnete Zoellick auch die Frage als angemessen, warum die Zentralbanken die Bildung von Blasen - vor allem die am US-Häusermarkt - nicht verhindert hätten und welche Fehler bei der Finanzaufsicht gemacht worden seien. Nun müsse sich zudem zeigen, ob die Zentralbanken zu einer Erholung beitragen können, ohne die Inflation außer Kontrolle geraten zu lassen. Dies werde äußerst wichtig für die künftige Rolle des US-Dollars sein. Denn es wäre es ein Fehler, die Stellung des Dollar als weltweit führende Währung für selbstverständlich zu halten. Künftig werde es zunehmend auch Alternativen zum Dollar geben, sagte der Weltbank-Chef.

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